314.000 Österreicher trotz Arbeit armutsgefährdet
- Jeder 10. Unselbständige mit Einkommen unter 1.000 Euro
- Dramatischer Unterschied zwischen Männern und Frauen

Arbeit schützt vor Armut nicht. Jeder 10. unselbstständig Erwerbstätige oder insgesamt 314.000 Österreicher mussten im Jahr 2001 mit weniger als 1.000 Euro brutto auskommen. Dies geht aus Berechnungen der Statistik Austria hervor. Besonders dramatisch ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Während nur 5 Prozent der Männer weniger als 1.000 Euro verdienen, liegt der entsprechende Anteil der Frauen bei 17 Prozent.
In der Gruppe der 314.000 Österreicher, die weniger als 1.000 Euro pro Monat verdienen, sind sowohl Vollzeiterwerbstätige als auch Teilzeitkräfte mit auf Vollzeit umgerechneten Einkommen enthalten. Bei den Vollzeiterwerbstätigen erhalten 7 Prozent oder 234.000 Personen ein Brutto-Einkommen von weniger als 1.000 Euro. Wenn die durch Teilzeitarbeit erzielten Einkommen auf Vollzeit umgerechnet werden, bekommen jedoch 15 Prozent der unselbstständig Beschäftigten weniger als 1.000 Euro.
32 Prozent oder knapp ein Drittel aller unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich verdienen weniger als brutto 1.500 Euro pro Monat. Dabei verfehlt fast jede zweite Frau oder 49 Prozent ein Monatseinkommen von 1.500 Euro, bei den Männern sind es "nur" 19 Prozent.
Die Basis für die vorliegende Berechnung sind Daten aus dem Mikrozensus und der Lohnsteuerstatistik. Verfügt eine Person über mehrere Beschäftigungsverhältnisse, wurden die Einkommen aus diesen zu einem Personeneinkommen addiert. Teilzeiteinkommen wurden auf eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden hochgerechnet.
Erst kürzlich hat die Armutskonferenz vor der steigenden Armutsgefährdung trotz Erwerbstätigkeit gewarnt und darauf hingewiesen, dass der Anstieg atypischer Beschäftigungsverhältnisse zu einer Zunahme von "working poor" geführt habe.
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