Dienstag, 4. März 2003

Euro erstmals seit 4 Jahren über 1,0907 Dollar!

  • Kriegsängste treiben Euro an Vier-Jahres-Hoch
  • Japanische Investoren ziehen Euro zunehmend dem Dollar vor

Der Euro ist am Dienstag Händlern zufolge auf Grund von wachsenden Kriegsängsten wieder über die Marke von 1,09 Dollar und zeitweise sogar in die Nähe eines Vier-Jahres-Hochs geklettert. Die Unsicherheit über das weitere Vorgehen in Irak laste weiter auf dem US-Dollar, sagten Händler.

"Bevor nicht eine endgültige Entscheidung über die Irak-Krise getroffen wird, wird der US-Dollar weiter unter Druck stehen", sagte ein Frankfurter Devisenanalyst. Am Nachmittag kostete der Euro 1,0907 Dollar, nachdem er am Morgen zeitweise in die Nähe seines Vier-Jahres-Hochs bei 1,0938 Dollar geklettert war. Am Montag war die europäische Einheitswährung bei 1,0896 Dollar aus dem US-Handel gegangen.

"Wenn wir den Widerstand um die Marke von 1,0940 nehmen, hat der Euro Potenzial bis 1,12", sagte der Analyst weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs des Euro am Nachmittag bei 1,0919 Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0910 Dollar festgesetzt.

Zudem scheinen Analysten zufolge immer mehr japanische Investoren den Euro dem Dollar vorzuziehen. Sie schreckten wegen einer Reihe von Bilanzskandalen in den USA und zunehmenden Ängsten vor einem Krieg in Irak vor dem Dollar zurück. "Nicht dass die Wirtschaft in der Euro-Zone so stark ist. Aber die Leute wollen die Risiken eines Irak-Krieges vermeiden. Viele rechnen mit einem weiteren Anstieg des Euro", sagte ein Manager bei Nikko Cordial Securities.

Im Vergleich zum Yen notierte der Euro am Nachmittag höher bei 128,31 Yen (US-Handelsschluss am Montag: 128,07). Händlern zufolge hat die japanische Notenbank am Dienstag erneut am Devisenmarkt interveniert und Dollar gekauft. Japan versucht seit längerem einen zu starken Yen zu verhindern, da sich dieser negativ auf exportorientierte japanische Firmen auswirkt. Bereits am Freitag hatten sowohl Euro als auch Dollar leichte Kursgewinne zum Yen verbucht, nachdem das japanische Finanzministerium mehrere Interventionen am Devisenmarkt zur Schwächung der Landeswährung bestätigt hatte. Demnach hatte die japanische Notenbank im Auftrag des Finanzministeriums Ende Februar etwas mehr als 500 Milliarden Yen (rund vier Milliarden Euro) gegen Dollar und Euro verkauft.

4.3.2003 17:17