Post-Privatisierung - ÖIAG: Frühestens im Sommer
- Kolportierter Kaufpreis bis zu 2 Mrd. Euro nicht richtig
- "Regierungsauftrag" am Freitag Thema im ÖIAG-AR
Die Staatsholding ÖIAG wird eine Partnersuche für die Österreichische Post AG "frühestens im Sommer" einleiten. Dies erklärte eine Sprecherin der ÖIAG und relativierte damit einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD), wonach noch im März mit der Suche nach einem Partner gestartet werden sollte. "Bevor wir Interessenten zur Angebotslegung einladen, benötigen wir mehrere Monate Vorbereitung", betonte die Sprecherin. Bis zum Vertragsabschluss soll es dann noch weitere neun bis zehn Monate dauern.
Dass die Deutsche Post, wie von der "FTD" unter Berufung auf Wiener Regierungskreise berichtet, "die besten Karten" habe, wird von der ÖIAG heftig dementiert. Davon könne keineswegs die Rede sein, da man noch nicht einmal alle Interessenten kenne, betont die Sprecherin.
Deutsche Post: Noch kein Interesse angemeldet
Aus Kreisen der Österreichischen Post AG heißt es allerdings gegenüber der APA, dass bisher nur die Deutsche Post konkretes Interesse angemeldet hätte. ÖIAG-Kreise wiederum erklärten, dass neben den Deutschen auch die "Spanier, Franzosen und Schweizer sowie mehrere Post-Unternehmen aus den skandinavischen Ländern" ihr Interesse bekundet hätten.
Kolportierter Kaufpreis "leider zu hoch"
Dementiert wird von der ÖIAG auch der kolportierte Kaufpreis von 1,5 bis 2 Mrd. Euro für 74,9 Prozent an der Post. Der genannte Preise liege "leider zu hoch", so die Sprecherin. Wo die Preiserwartungen der Staatsholding liegen, steht noch nicht fest. Dem Vernehmen nach laufen noch Bewertungen.
Offen ist auch noch, wie viel von der österreichischen Post an den künftigen Partner verkauft werden soll. Eine Mehrheitsbeteiligung eines ausländischen Partners schließt die ÖAIG-Sprecherin aber nicht aus.
Warten auf Regierungsauftrag
Grundsätzlich wartet die ÖIAG noch auf einen Regierungsauftrag zur Partnersuche für die Post. Was dort drinnen steht, sei noch offen, betont die Sprecherin. Am Freitag tagt in der ÖIAG der Aufsichtsrat. Der "Regierungsauftrag" steht dort als mündliches Thema auf der Tagesordnung. Für einen tatsächlichen Privatisierungsauftrag ist allerdings noch ein Ministerratsbeschluss notwendig. Der Ministerrat tagt jedoch erst wieder nächste Woche.
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