Start zur Post-Privatisierung soll noch im März starten
- Grasser-Kreise erwarten Abschluss des Deals spätestens 2004
- Deutsche Post Favorit - Schweden und Franzosen interessiert
Der im Regierungsabkommen festgelegte erste Schritt zur Privatisierung der Österreichischen Post AG soll nun offenbar eiligst umgesetzt werden. Noch im laufenden Monat März soll die ÖIAG Interessenten aus ganz Europa zur Angebotsabgabe einladen. Noch in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr soll der Deal über die Bühne gehen, schreibt die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf Kreise um Finanzminister Karl-Heinz Grasser.
Die besten Karten hat laut von der FTD zitierten Wiener Regierungskreisen die Deutsche Post. Ein Sprecher der Deutschen Post bestätigte in der Zeitung, dass sein Unternehmen sich "in jedem Fall um die Österreichische Post bewerben wird". Die österreichische Post sei "gut aufgestellt" und für die Deutschen "von strategischer Bedeutung", so der Sprecher. Daneben haben laut "FTD" aber auch die französische La Poste und die schwedische Post in Wien ihr Interesse bekundet.
Mehrheitsabgabe denkbar
Die Höhe des Beteiligungsverkaufs steht noch nicht fest. Eine Mehrheitsabgabe sei aber denkbar, schreibt die "FTD" weiter unter Berufung auf ÖIAG-Kreise. Maximal, so die Zeitung, könnten 74,9 Prozent der Post an einen Auslandspartner abgegeben werden. Der Kaufpreis für diese 74,9 Prozent wird mit 1,5 bis 2 Mrd. Euro beziffert.
Ministerrats-Beschluss noch ausständig
Ein notwendiger Privatisierungsbeschluss des Ministerrats für die Post ist aber noch ausständig. Am Freitag tagt der ÖIAG-Aufsichtsrat. Ob dort bereits ein entsprechender Privatisierungsauftrag an die Staatsholding ergeht, ist laut Michaelis noch offen. Ein Ministerratsbeschluss müsste dann allerdings noch vor dieser Sitzung fallen. Der nächste Ministerrat ist aber erst nächste Woche geplant.
2002: In Verlustzone gerutscht
In den ersten drei Quartalen 2002 ist die Österreichische Post, wie berichtet, in die Verlustzone gerutscht. Zahlen für das Gesamtjahr 2002 liegen noch nicht vor, allerdings dürfte das Betriebsergebnis (EBIT) laut "FTD" deutlich unter dem Planziel von 46 Mio. Euro liegen. Auch der Umsatz für 2002 soll unter das Vorjahresniveau von 1,52 Mrd. Euro gesunken sein.
1.455 Mitarbeiter sollen abgebaut werden
Die Post will nun heuer, wie berichtet, weitere 1.455 Mitarbeiter abbauen. Außerdem hat die ÖIAG bei der Credit Suisse First Boston (CSFB) ein Gutachten in Auftrag gegeben, um den mit 60 Prozent enorm hohen Anteil von Staatsbediensteten an den 29.000 Postmitarbeitern zu reduzieren.
Schon im vergangenen Jahr hat die Post etwa 1.418 Mitarbeiter eingespart und 637 ihrer ursprünglich insgesamt 2.300 Postämter geschlossen. Die Zahl der Zustellbasen wird derzeit von 1.800 auf künftig knapp unter 500 reduziert. Die zentrale Verteilung soll von 14 auf sechs Zentren konzentriert werden. Das größte dieser sechs Verteilzentren, das Briefzentrum Wien, war erst am Montag feierlich eröffnet worden.
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