Salzburger Kunstrasen scheidet die Geister
- Laessig begeistert, Hieblinger sieht keine Zukunft
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UMFRAGE: Wessen Stuhl ist am unsichersten?
Das Schmuckkästchen in Wals-Siezenheim ist am Samstag mit viel Pomp und Prominenz sowie der Salzburger Rekordkulisse von 18.500 Zuschauern eröffnet worden, nun fehlt dem SV Salzburg nur noch eine Mannschaft, die auch den höchsten Ansprüchen in der T-Mobile Bundesliga gerecht wird. Die Elf von Trainer Lars Söndergaard musste sich gegen den FC Kärnten mit einem 1:1 begnügen und war da noch gut bedient. Das Pilotprojekt des europäischen Fußball-Verbandes (UEFA) mit dem Kunstrasen in der EM-Arena schied nach der Premiere die Geister.
"Der Kunstrasen ist für technisch gute Spieler ein Vorteil", erklärte Söndergaard und war sich da mit den Experten einig. Wohl einer der Gründe, warum Salzburg ohne die Routiniers Kirchler, Pfeifenberger und Scharrer nicht gut aussah. Von dem von der Konkurrenz befürchteten großen Heimvorteil war jedenfalls nichts zu merken. "Es war ein erschreckendes Spiel, so etwas haben sich die Zuschauer nicht verdient", übte Stephan Marasek auch kräftig Selbstkritik.
Dennoch gewann der künstliche Untergrund, ein Rasen der neuen Generation der Firma Polytan, zumindest einen Fan. Salzburg-Kapitän Heiko Laessig, vor der Partie einer der Kritiker, meinte nach dem Spiel: "Umso skeptischer ich am Anfang gewesen bin, umso begeisterter bin ich jetzt. Es hat viel Spaß gemacht." Kärntens Mario Hieblinger sah dies überhaupt nicht so. "Der Ball springt anders. Das wird keine Zukunft haben, ich glaube, sie werden bald wieder einen Rasen machen", so der Verteidiger. Ein Umbau steht in den nächsten Jahren aber unabhängig vom Rasen an, das noch namenlose Stadion muss für die EM von der aktuellen Kapazität von 18.500 auf 30.300 ausgebaut werden.
Abramczik holt sich ein bisschen Ruhe
Kärnten-Trainer Rüdiger Abramczik war vor der Partie Abschuss-Kandidat Nummer eins in der Bundesliga, mit dem Remis hat er sich wohl zumindest ein bisschen Ruhe geholt. Der zweite Wackelkandidat musste dagegen die nächste Schlappe einstecken. Schlusslicht SW Bregenz kassierte unter der Regie von Regi van Acker die vierte Niederlage in Serie, nach dem 0:2 zu Hause gegen Sturm Graz wurde dem Belgier aber von Klubpräsident Hans Grill der Rücken gestärkt. "Es bringt nichts, wenn ich jetzt den Trainer rausschmeiße", sagte der Boss. van Acker: "Wir haben gespielt, was wir können."
Sturm zeigte sich jedenfalls vom 0:5-Derby-Debakel gegen den GAK erholt. Szabics (39.) und Mujiri (93.) sorgten wieder für Ruhe im Verein. Trainer Franco Foda hatte nur vier Mann aus dem Derby (Neukirchner, Dag, Brzeczek und Szabics) erneut eine Chance von Beginn an gegeben und setzte im Tor gar auf den 21-jährigen Neuling Christian Gratzei. "Gratzei hat beim letzten Testspiel einen guten Eindruck gemacht und spielte deshalb auch. Der Unterschied zum GAK-Spiel war, dass damals drei gut und acht schlecht gespielt haben, heute aber zwei schlecht und neun gut", erklärte Foda. Präsident Hannes Kartnig war diesmal auch zufrieden: "Nur wer Mut beweist, der kann gewinnen. Man sollte weiter auf Gratzei setzen."
Für Sturm geht's wieder aufwärts
Sturm rückte mit dem ersten Sieg nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen dem zweiten Platz in der Champions League-Qualifikation wieder näher. Die Grazer (36 Punkte) liegen einen Zähler hinter den zweitplatzierten Paschingern (nur 0:0 zu Hause gegen Abstiegskandidat VfB Admira Wacker Mödling), haben aber mit dem Stadtrivalen GAK (35 Punkte) einen weiteren Konkurrenten erhalten. Die Grazer Athletiker besiegten SV Ried mit 2:0 und halten nach drei Frühjahrsrunden bei drei Siegen. "Es war das erwartet schwere Spiel. Aber Gott sei Dank ist uns der Arbeitssieg gelungen", sagte Trainer Walter Schachner.
Die Rieder beklagten die Ausfälle von Muhammet Akagündüz, der sich die Speiche gebrochen hat und mehrere Wochen ausfällt, und Michael Angerschmid, der sich eine Bänderverletzung zuzog.
