Diskussionen nach Derby: War 1:0 für Rapid abseits?
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Das 232. Wiener Fußball-Derby zwischen Rapid und Austria ist Geschichte. Doch nach dem 1:1 im Hanappi-Stadion wurde noch heftig diskutiert. Grund: Der Führungstreffer für Rapid in der 10. Minute. Beim Schuss von Ivanschitz stand Herzog im Abseits, verdeckte Austria-Goalie Mandl die Sicht. Auch Rapid-Coach Hickersberger gibt zu: Der Schiedsrichter hätte das Tor aberkennen können.
Beim 1:0 für Rapid in der zehnten Minute durch Ivanschitz hätte Schiedsrichter Bernhard Brugger aus Salzburg Abseits geben müssen (Christoph Daum) oder können (Josef Hickersberger) wie beide beim TV-Studium in der "Sport am Sonntag"-Sendung erklärten. Andreas Herzog befand sich beim Schuss von Ivanschitz in Abseitsposition exakt in der Schussbahn, "daher konnte Mandl den Ball nicht sehen", wie "Hicke" zugab.
Daum formulierte es drastischer. "Eine klare Sache, ohne Diskussion über passiv oder aktiv", ärgerte sich der Deutsche.
Austria bleibt 16 Punkte vorne
Im Endeffekt bleibt aber ein 1:1 durch Tore von Ivanschitz und Julio Cesar. Die Austria, die nach Gelb-Rot für Hasek die letzte halbe Stunde mit zehn Mann auskommen musste, weist somit in der Bundesliga-Tabelle weiterhin 16 Punkte Vorsprung auf den nach wie vor zweitplatzierten Aufsteiger SV Pasching auf, Rapid hat als Fünfter bei einem Spiel weniger weiter 21 Zähler Rückstand auf die Violetten.
Rapid mit besserem Start
Die Grün-Weißen hatten den besseren Start. Nach einem Gewaltschuss von Markus Hiden aus 20 Metern, den Mandl zur Ecke parierte (5.), gingen die Hütteldorfer in der 10. Minute 1:0 in Führung. Cesar wehrte eine weite Vorlage von Laursen mit dem Kopf ab, der Ball sprang Ivanschitz vor die Beine, der mit seinem schwächeren rechten Fuß aus halblinker Position und 18 m in die rechte Ecke traf - 1:0.
Ausgleich kommt nur 4 Minuten nach 1:0
Die Freude beim Rekordmeister währte allerdings nur vier Minuten. Dann bediente Gilewicz den aufgerückten rechten Verteidiger Scharner und dessen präzise Flanke köpfelte der sträflich allein gelassene Julio Cesar via Stange aus sechs Metern zum 1:1 ins Netz.
Das Match mit Vorteilen für Rapid wogte hin und her, Chancen gab es auf beiden Seiten. So nach einem gefährlichen Freistoß von Herzog für Laursen und Adamski (25.), nach Doppelcorner für Ivanschitz, Laursen, Adamski bzw. für Rushfeldt (29.) und Michael Wagner (35.).
Austria startet besser in Hälfte zwei
Nach dem Seitenwechsel war zunächst der Favorit gefährlicher. Nach einem abgefälschten Schuss von Djalminha kam der Ball zu Rushfeldt, der allein vor Payer an diesem scheiterte (48.). In der 50. Minute produzierte Djalminha mit einem Freistoß einen Lattenpendler. Rapid machte sich erstmals wieder durch einen Freistoß von Hofmann (53.) bemerkbar, dann scheiterte Prisc mit einem Schuss an dem "fliegenden" Mandl (60.). Vorausgegangen war ein Ballverlust von Hasek an Ivanschitz mit folgendem Foul und der Tscheche sah zum zweiten Mal Gelb und damit auch Rot.
Rapid fehlt der Killer-Instinkt
Hickersberger reagierte und brachte Sobotzik für Knez. In der 71. Minute fälschte Ratajczyk einen Weitschuss von Herzog zur Ecke ab und zwei Minuten später prüfte Sobotzik den Austria-Keeper. Rapid spielte im Finish gegen zehn Mann noch auf das Siegestor, dieses gelang ihnen aber gegen die nun die Abwehr verstärkenden Austrianer, die ihrerseits Konter versuchten, aber nicht mehr.
Rapid vs. Austria 1:1 (1:1)
Wiener Hanappi-Stadion, 15.800, SR Brugger.
Torfolge: 1:0 (10.) Ivanschitz; 1:1 (14.) Julio Cesar (Kopf)
Rapid: Payer - Markus Hiden, Laursen, Adamski, Jazic - Hofmann, Prisc, Knez (62. Sobotzik), Ivanschitz - Rene Wagner (74. Vico), Herzog (86. Kienast)
Austria: Mandl - Scharner, Julio Cesar, Ratajczyk, Dheedene - Hasek, Michael Wagner - Gilewicz (91. Parapatits), Djalminha (72. Panis), Janocko - Rushfeldt (63. Helstad)
Gelb-Rot: Hasek (61./Foul)
