Mittwoch, 5. März 2003

Kein Platz für Mosley im Jet: Melbourne-Trip abgesagt

  • Vor F1-Auftakt in Melbourne: Schumi spielt Fußball...
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Max Mosley, der Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes FIA, musste seine Reise zum Formel-1-Auftakt in Melbourne absagen. Da die australische Fluglinie Qantas, der Sponsor des GP-Rennens am Sonntag im Albert Park, dem Briten auf das "First-Class-Ticket" keine Beförderungsgarantie nach "Down Under" geben wollte, fuhr Mosley vom Londoner Flughafen Heathrow nach Hause zurück. Die für den Donnerstag angesetzte Pressekonferenz zur umstrittenen Regelreform ist nach der Ticket-Panne geplatzt.

Während die Konkurrenz dem Formel-1-Auftakt nervös entgegenzittert, lenkt sich Weltmeister Michael Schumacher unter dem strahlend blauen Himmel von Melbourne beim Fußballspielen ab. Während der Australien-Sieger der drei vergangenen Jahre am Mittwoch gut gelaunt seinem Hobby im Albert Park nachging, machte sein Bruder Ralf Schumacher einen Bootsausflug zu den Delfinen. "Das war eine gelungene Abwechslung", sagte der Williams-BMW-Pilot. "So langsam kribbelt es überall. Es wird Zeit, dass es endlich los geht."

Minardi gefeiert
Unterdessen wurden im Herzen von Melbourne die "Hinterbänkler" von Minardi vier Tage vor dem Großen Preis von Australien am Sonntag (4.00 Uhr MEZ) überschwänglich gefeiert. Der Rennstall des Australiers Paul Stoddart stellte seine Boliden vor. Die Piloten des von Existenzsorgen geplagten Teams - Formel-1-Rückkehrer Jos Verstappen (NED) und Neuling Justin Wilson (GBR) - genossen das Bad in der Menge auf dem Federation Square. Sogar Steve Bracks, der Premierminister des Staates Victoria, war gekommen: "Wir drücken die Daumen."

Formel 1 vor Zerreißprobe
Glück benötigt aber die gesamte Formel 1. Die Serie steht vor der Zerreißprobe: Das Milliarden-Unternehmen bekommt die Folgen der Weltwirtschaftskrise zu spüren. Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer. "Es ist kein Geheimnis, dass man mit dem Budget von Minardi gerade die Essensrechnung von McLaren bezahlen könnte. Und wir sind nur ein paar Sekunden hinter ihnen. Also, wer macht den besseren Job?", meinte Minardi-Chef Stoddart.

"Abtrünnige" beraten über Zukunft
Im Raum steht weiterhin die Drohung der in der GPWC organisierten fünf Hersteller Ferrari, BMW, Mercedes, Ford und Renault, ab 2008 eine eigene Rennserie zu starten, sollte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone die Teams nicht stärker an den Einnahmen aus der Vermarktung beteiligen. Die GPWC hat schon einen Headhunter beauftragt, um einen Ecclestone-Nachfolger zu finden. Immerhin wollen sich GPWC-Vertreter mit dem mächtigen Briten in dieser Woche beim Autosalon in Genf zusammensetzen, um über die Zukunft zu beraten.

Neue Regeln sorgen für Ärger
Doch die größte Brisanz steckt im Streit um die von Max Mosley diktierten radikalen Regeländerungen. McLaren-Chef Dennis und sein Landsmann Frank Williams haben am lautesten den Chef des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) kritisiert und wollen die Reform vor dem Schiedsgericht stoppen.

Weil zwischen der Samstags-Qualifikation und dem Beginn des Rennens am Sonntag nicht mehr getankt werden darf, wird künftig auch die Taktik für die 20 Piloten eine große Rolle spielen. "Die Idee mit der einen fliegenden Runde finde ich nach wie vor gut. Das bringt sicherlich Spannung. Wenn alles von einer einzigen Runde abhängt, ist das ein zusätzlicher Anreiz", sagte Schumacher. Er kritisierte aber: "Nur ist der mit der Einschränkung des Nachtankens jetzt verwässert."

Schumi: "Abwarten und Tee trinken"
Der fünfmalige Weltmeister zählt im "Benzinpoker" auf sein "Superhirn" Ross Brawn: "Wer in diesem Bereich stark ist, und das waren wir in der Vergangenheit, wird daraus Vorteile ziehen können. Aber auch hier gilt: abwarten und Tee trinken." 58 Runden über die Gesamtdistanz 307,547 Kilometer werden in Melbourne gefahren.

5.3.2003 13:44
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts