Dienstag, 4. März 2003

Schumacher bezweifelt, dass sich viel ändern wird

  • Fahrer hoffen hingegen auf Überraschungsmomente
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Für Michael Schumacher wurde die Formel 1 "neu gestaltet", sein Bruder Ralf und der Rest des Fahrerfeldes hoffen deshalb "auf viele Überraschungsmomente" in der neuen Saison. Nach dem Langweiler im Vorjahr sorgte FIA-Präsident Max Mosley mit seiner umstrittenen Regel-Reform für Hochspannung im PS-Zirkus. "Ehrlich gesagt, bezweifle ich, dass sich wirklich so viel verändern wird", sagte der fünffache Weltmeister Schumacher schon vor dem ersten Grand Prix am Sonntag in Melbourne. "Ich bin jetzt schon so lange dabei, dass ich mir da keinen allzu großen Kopf mache. Wir kriegen das schon hin."

In seiner zwölften Saison will sich der 34 Jahre alte Ferrari-Star den historischen sechsten Titel nicht nehmen lassen. "Um ehrlich zu sein: Ich fahre jetzt seit 30 Jahren mehr oder weniger ernst Rennen, und ich hatte noch nie Motivationsprobleme. Ich kann nur immer wieder sagen, dass ich anscheinend für diesen Sport geboren bin." Eine "Lex Ferrari" sieht Schumacher durch die Reform nicht: "Diese Interpretation ist für mich Spekulation", schrieb er am Dienstag auf seiner Homepage www.michael-schumacher.de

Hoffnungsschimmer für Konkurrenz
Doch für die Konkurrenz sind die revolutionären Veränderungen mit Einzelzeitfahren, Tankverbot nach der Qualifikation oder neuer Punktvergabe der Hoffnungsschimmer. "Die Strategie und viele Überraschungsmomente werden für Aufregung sorgen, insofern kann wahrscheinlich niemand vorhersagen, was uns in Melbourne erwartet", sagte Ralf Schumacher. Nach dem First-Class-Flug auf den fünften Kontinent entspannte der Williams-BMW-Pilot am Dienstag beim Shoppen in Melbourne. "Siege können wir uns im Moment abschminken", meinte der 27-Jährige.

Komplett neuer Williams-BMW
Williams-BMW hat als einziges Spitzenteam ein komplett neues Auto gebaut. "Es ist auf keinen Fall so schlecht, wie es vielleicht gemacht wird, es ist aber auch nicht so gut, dass wir gleich ganz vorne mitfahren können", so Ralf Schumacher. Solche Sorgen hat Bruder Michael nicht. Sein neuer Ferrari raste bei den Tests von Rundenrekord zu Rundenrekord. Trotzdem geht der Weltmeister beim Auftakt auf Nummer sicher und steigt beim ersten der 16 Grand Prix in seinen "Gebrauchten".

McLaren-Mercedes mit modifiziertem Boliden
Auch McLaren-Mercedes baut auf die im letzten Jahr so erfolgreiche Ferrari-Strategie. Die "Silberpfeile", die 2002 nach dem Sieg in Monaco mehr WM-Punkte sammelten, als die anderen Ferrari-Verfolger, wurden runderneuert. "Wir wollen diesen Trend jetzt fortsetzten und mit dem neuen Auto später einen großen Schritt nach vorne machen und siegfähig sein", betonte Mercedes-Motorsport-Direktor Norbert Haug.

Haug ziemlich optimistisch
Haug tippte übrigens bei einer Umfrage des Fachmagazins "Motorsport aktuell" als einziger von neun Experten nicht auf Michael Schumacher, sondern auf die eigenen Piloten David Coulthard (Schottland) und Kimi Raikkönen (Finnland). "Weil", so Haug, "die Formel 1 lange genug Rot gesehen hat." Für Gerhard Berger, Niki Lauda, Alexander Wurz, Karl Wendlinger und Co. steht hingegen fest: Michael Schumacher wird Weltmeister, weil er das beste Paket hat.

4.3.2003 13:22
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