F1-Chef Ecclestone: "So habe ich keinen Spaß mehr"
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Armer Bernie! Der Disput mit den Rennställen und den Automobil-Herstellern ist nicht spurlos an Formel-1-Chef Ecclestone vorüber gegangen. "So habe ich keinen Spaß mehr", sagte der Brite im Interview mit dem "Stern" (Donnerstag-Ausgabe).
Der 72-Jährige Ecclestone wiederholte seine Kritik an den Herstellern. Sollten sie ihre Drohung wahrmachen und nach 2007 eine eigene Serie gründen, würden sie es "schwer haben", prophezeite Ecclestone: "Wir haben langfristige Verträge mit den Rennstreckenbetreibern und den TV- Anstalten." Die Hersteller seien in die Formel 1 gekommen, um ihre Produkte vorzuführen. "Und jetzt zerbrechen sie das Porzellan und keiner kann die Show mehr sehen? Das ist doch Unsinn", sagte Ecclestone.
Gipfeltreffen in Genf
Die Konzerne BMW, DaimlerChrysler (Mercedes), Fiat (Ferrari), Ford (Jaguar) und Renault, die in der Grand Prix World Championship (GPWC) organisiert sind, drohen mit einer eigenen Serie ab 2008. Sie sind wegen der ihrer Meinung nach ungerechten Verteilung der Einnahmen aus der Vermarktung unzufrieden. Die vom Internationalen Automobilverband (FIA) diktierten Regeländerungen haben die Differenzen zwischen Konzernen und Dachverband verstärkt. Ecclestone will sich in dieser Woche mit der GPWC beim Autosalon in Genf zu Beratungen treffen.
"Teams waren dumm"
Die Kritik einiger Teams an der Reform kann er "teilweise" verstehen. Man hätte solche Einschnitte früher ankündigen sollen. Aber "wir mussten diese Geldvernichtung stoppen. Die Teams waren dumm genug, sich nicht auf die nötigen Änderungen zu einigen. Zu egoistisch". Ferrari gebe in diesem Jahr 600 Millionen Dollar aus und habe 600 Mitarbeiter. Bei McLaren sollen es angeblich 1000 sein.
Neuer Vorschlag: "Fernsehsteuer"
Um die Diskrepanz zwischen Arm und Reich in der Formel 1 zu verringern, schlug er eine Fernsehsteuer vor: "Die Teams müssten für die Minuten zahlen, die sie im TV zu sehen sind, so dass auch die Schwächeren profitieren." Dies sei noch nicht ganz durchgesprochen: "Es könnte ungefähr so laufen, dass alle in einen Topf zahlen, und das Geld wird hinterher zu Gunsten der Kleinen verteilt."
