Freitag, 7. März 2003

Janica Kostelic ist wieder beste Skifahrerin der Welt

  • In Aare holte die Kroatin wieder die große Kristallkugel
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Janica Kostelic ist wieder die beste Skifahrerin der Welt. In Aare, wo sie schon vor zwei Jahren beim Weltcup-Finale dank der Patzer von Renate Götschl in einem Herzschlag-Finish ihren ersten Gesamtsieg erobert hatte, sicherte sich die 21-jährige Kroatin Donnerstagabend mit Platz sechs im Riesentorlauf vorzeitig ihre zweite große Kristallkugel. Fünf Rennen vor Schluss ist Kostelic nicht mehr einzuholen.

Janica Kostelic hat damit einen weiteren Meilenstein einer einzigartigen Karriere erreicht. Zusammen mit ihrem Bruder, Slalom-Weltmeister Ivica Kostelic, hat sie das Küstenland Kroatien im Alpin-Weltcup auf die Landkarte gebracht. Treibende Kraft dahinter ist Vater Ante Kostelic, aber schon heute ist an jungen Läuferinnen wie Nika Fleiss oder Ana Jelusic zu sehen, dass hinter dem kroatischen Ski-Wunder auch System steckt.

Über allem und dem Rest der Ski-Welt thront aber Janica Kostelic. Vor zwei Jahren wurde sie zur ersten kroatischen Weltcup-Siegerin, vergangenes Jahr gewann sie in Salt Lake City drei Mal Olympia-Gold und ein Mal Silber, im Februar avancierte sie in St. Moritz trotz andauernder Knie-Probleme zur Doppel-Weltmeisterin.

Und das, obwohl die Karriere von Kroatiens Sportlerin des Jahres beendet schien, noch ehe sie so richtig begonnen hatte. Im Dezember 1999 ging bei einem Trainings-Sturz in St. Moritz im Knie der damals 17-Jährigen aus Zagreb alles kaputt, was nur kaputt gehen konnte. Doch nur elf Monate später kehrte sie zurück, gewann gleich in Park City und in der Folge acht Slaloms in Folge. Es war der Grundstein für den ersten Weltcup-Gesamtsieg, den sie nun mit etwas Verspätung - im Vorjahr setzte sich ja Michaela Dorfmeister durch - wiederholt hat.

"Der erste ist immer etwas Besonderes, aber das Schöne jetzt ist, dass ich ihn bestätigt habe", freute sich Kostelic über ihren neuerlichen Triumph. "Es war sogar einfacher als vor zwei Jahren weil viele Konkurrentinnen Probleme hatten und oft ausgefallen sind", sagte Kostelic und bemühte ein kroatisches Sprichwort. "Wenn man etwas zwei Mal geschafft hat, packt man es sicher auch noch ein drittes Mal. Aber ich bin nicht ganz so sicher, ob das wirklich klappt", scherzte Kostelic.

Und obwohl der Dauergast auf OP-Tischen auch nach der Saison erneut unters Messer muss, darf die Konkurrenz nicht darauf bauen, dass Janica vielleicht aus gesundheitliche Problem früher passen muss als geplant. "Ich will noch sieben weitere Jahre fahren und dabei so viele Weltcups gewinnen wie nur möglich", machte Kostelic in Aare klar.

Denn rennmüde ist sie noch lange nicht. "Ich will endlich auch im Riesentorlauf gewinnen und auch in Abfahrt und Super G einmal ganz oben stehen", hat Kostelic noch eine Menge Ziele. Eines wird sie in dieser Saison aber nicht mehr schaffen, obwohl sie neben Martina Ertl die einzige Läuferin ist, die alle Weltcup-Rennen dieser Saison bestritten hat. Der Punkte-Weltrekord von Pernilla Wiberg (1.960) ist außer Reichweite.

7.3.2003 15:27