Montag, 3. März 2003

ÖSV-Damen gestärkt durch Innsbruck-Triple ins Finale

  • Hosp krank, für Schneider und Heregger wird es eng
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Gestärkt durch die drei Siege von Innsbruck geht Österreichs Damenteam in die vorletzte Weltcup-Woche. In Aare/Schweden werden nach dem Speed-Triple vom Patscherkofel die letzten Tickets im Riesentorlauf und Slalom für das Finale in Norwegen vergeben, aber schon jetzt kann sich die ÖSV-Damenbilanz sehen lassen. Mit sieben Saisonsiegen ist die Vorjahres-Marke (9) erstmals wieder in Reichweite und sechs Rennen stehen ja noch aus.

Spät aber doch haben Österreichs Speed-Damen in Innsbruck mit der eindrucksvollen Sieg-Performance die Saison noch herum gerissen. "Einstellung auf die Pistenverhältnisse, mangelndes Selbstvertrauen, zu großer Erwartungsdruck", nennt Damenchef Herbert Mandl die Gründe, warum es bisher im Speed-Bereich noch nicht so richtig gelaufen ist.

"Speziell im Super G haben wir auf diese Siege seit Saisonbeginn gewartet. Bisher war das Potenzial aber nicht abrufbar", analysiert Mandl und sieht die WM in St. Moritz, wo vor allem die jungen Technikerinnen um Niki Hosp brilliert hatten, als entscheidenden Auslöser. "Das hat die Mädchen wieder hungrig gemacht."

Drei Rennen, drei Siege
Den Beweis traten sie in Innsbruck an. Michi Dorfmeister in der Abfahrt, Renate Götschl und Brigitte Obermoser im Super G. "Es war eine gewisse Rehabilitierung dessen, was sie können. Jetzt ist die Lockerheit wieder da", so Mandl. Und: "Alexandra Meissnitzer ist zwar in Innsbruck leer ausgegangen, sie gehört aber auf jeden Fall dazu. Sie hat ja ein noch größeres Potenzial als etwa die Gitti."

Trotzdem keine Kugeln?
Gut möglich, dass die ÖSV-Damen heuer trotzdem bei der Vergabe der Weltcup-Kugeln leer ausgehen. Nur Dorfmeister hat als Führende in der Abfahrt wirklich gute Chancen. "Mannschaftliche Stärke muss sich nicht immer in Kugeln ausdrücken", so Mandl. Man dürfe nicht vergessen, dass in Wahrheit nur Dorfmeister wirklich das Potenzial für den Gesamtsieg gehabt hätte, zudem aber auch zwei Abfahrten ausgefallen seien. Von Ungerechtigkeit könne man nicht sprechen. "Wer immer die Kugeln gewinnt, hat sie sich auch verdient."

Während aber Katja Wirth als Abfahrts-Zweite in Innsbruck groß aufgezeigt hat, wird es für einige Arrivierte eng. Selina Heregger kann noch im Europacup die Kastanien aus dem Feuer holen, für Tanja Schneider aber ist die Saison vorbei. Ihr hat der Materialwechsel nicht gut getan, zuletzt war die Stimmung zwischen der Osttirolerin und ihrer Skifirma völlig vergiftet. "Ich weiß nicht, ob ich mir ein Privattraining antue", so Schneider.

Görgl kann nicht genug bekommen
In den letzten zwei Wochen geht es für die anderen nur noch um Teilziele. Carina Raich und Karin Truppe sollen diese Woche auch im Slalom die Qualifikation für das Finale schaffen, in Abfahrt (6), Super G (5) und Riesentorlauf (7) haben ja bereits ausreichend Damen ihre Plätze in Lillehammer fix. Gesundheitliche Probleme hatte Hosp, die am Wochenende vergrippt im Bett lag. Sie soll aber Dienstag planmäßig nach Schweden fliegen. Extreme Wege geht wie so oft Elisabeth Görgl. Sie fliegt von Schweden zum Europacup-Finale, um dabei ihren Gesamtsieg zu fixieren. Von dort geht es zum WC-Finale nach Norwegen.

3.3.2003 10:21