Sonntag, 9. März 2003

Karin Mayr über 60 m und 200 m schnell und siegreich

  • Nach 7,16 und 22,88 Sek. hat Mayr bei WM die Qual der Wahl
  • Auch Graf mit WM-Generalprobe zufrieden

Karin Mayr-Krifka hat am Sonntag die Glanzlichter des Leichtathletik-Länderkampfes im Ferry-Dusika-Stadion in Wien gesetzt. Die 31-jährige Niederösterreicherin siegte über 60 m in 7,16 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Bettina Müller (7,26) und verfehlte damit ihren ÖLV-Rekord vom 24. Februar 2001 nur um eine Hundertstel. Diesem Saison-Bestwert ließ Mayr-Krifka noch einen weiteren folgen: Über 200 m gewann sie ebenfalls souverän in 22,88 Sekunden.

Nach diesen Leistungen hat die Hallen-Vizeeuropameisterin über 200 m nun die Qual der Wahl im Hinblick auf die am Freitag beginnenden Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham, wo sie auf Grund des dicht gedrängten Sprintzeitplans am Eröffnungstag nicht über beide Distanzen starten kann.

"Ich tendiere zu den 60 Metern, doch die endgültige Entscheidung trifft mein Trainer Walter Hable", erklärte Österreichs schnellste Frau, die heuer bereits fünf Mal die 7,20-Sekunden-Marke über die kürzeste Sprintdistanz unterboten hat. Über die Hallenrunde blieb sie dagegen heuer erstmals unter 23 Sekunden, ihr Rekord steht seit dem 2. März 2002 bei 22,70 (Hallen-EM-Finale in Wien).

"Wir werden jetzt einmal eine Nacht drüber schlafen und dann schauen, wo ich bessere Finalchancen habe", betonte Mayr, die in Birmingham Geschichte schreiben will. "Ich möchte als Erste in ein Sprint-WM-Finale kommen, das ist bisher weder einer Frau noch einem Mann aus Österreich gelungen." Über 60 m rangiert sie nun mit 7,16 an sechster Stelle der Weltrangliste, mit den 22,88 ist sie auf Platz sieben zu finden - keine einfache Entscheidung also für Mayr-Krifka und ihren Erfolgscoach Hable.

Graf mit WM-Generalprobe zufrieden
800-m-Vizeweltmeisterin Stephanie Graf war mit ihrem letzten WM-Test im Dusika-Stadion ebenfalls sehr zufrieden, auch wenn dieser nur eine "halbe Sache" war, da die Kärntnerin über 400 m antrat. Über diese Distanz ließ sie die Konkurrenz in 55,31 Sekunden aber ebenso locker stehen wie vor zwei Tagen bei ihrem 800-m-Erfolg in Linz.

"Das war ein Training für den Angriff im Finish und auch wichtig fürs Selbstvertrauen", erläuterte Graf. "Ich habe vor der letzten Kurve das Tempo entscheidend erhöht. Und als ich gemerkt habe, dass die Attacke erfolgreich war, habe ich den höheren Gang rausgenommen und nur noch kontrolliert. Der Formaufbau in Richtung WM passt."

Lichtenegger weniger erfolgreich
Der dritte Hallen-Vizeeuropameister von Wien 2002 musste sich dagegen mit Rang drei begnügen: Der Kärntner Elmar Lichtenegger lief über 60 m Hürden schwache 7,68 Sekunden, doch angesichts der Vorbereitung war dieses Ergebnis logisch. "Denn ich habe die vergangene Woche extrem hart trainiert und bin hier nur angetreten, weil ich musste und nicht weil es Sinn machte", kritisierte der neue FPÖ-Sportsprecher die Startverpflichtung des Österreichischen Verbandes (ÖLV) für alle Hallen-WM-Starter in Wien.

Neben dem EM-Silber-Trio des Vorjahres waren vom siebenköpfigen WM-Team für Birmingham auch noch zwei Sprinterinnen im Einsatz. Müller blieb über 60 m mit 7,26 nur 1/100 über ihrer Saisonbestleistung, während der steirischen Hürdensprinterin Elke Wölfling mit 8,24 Sekunden 8/100 auf ihren persönlichen Bestwert fehlten.

Die beiden Langstrecken-Spezialisten Susanne Pumper und Günther Weidlinger fehlten im Dusika-Oval. Die Wienerin laboriert im Moment an einem grippalen Infekt, und der Oberösterreicher wurde wegen seines Linz-Antretens am Freitag von der ÖLV-Startverpflichtung ausnahmsweise entbunden.

Pumper muss sich wegen ihres angeschlagenen Gesundheitszustands am Dienstag einem Test bei Verbandsarzt Dr. Alfred Engel unterziehen. "Nach diesem wird dann entschieden, ob ein Antreten von Susanne in Birmingham Sinn macht oder nicht", erklärte ÖLV-Sportkoordinator Hannes Gruber.

9.3.2003 16:59