Dienstag, 4. März 2003

Olympia 2010: Alle drei Kandidaten Kopf an Kopf

  • Keine Reihung zwischen Pyeonchang, Salzburg, Vancouver
  • "Alle könnten sehr gute Winterspiele organisieren

"Alle drei Kandidaten könnten 2010 sehr gute Olympische Winterspiele und Paralympics organisieren." Die Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat in ihrem am Freitag veröffentlichten Bericht darauf verzichtet, die Bewerber-Städte Pyenogchang (Südkorea), Salzburg und Vancouver zu reihen. Ihre Zusammenfassung über die Ergebnisse der Besuche in den drei Ländern im heurigen Februar und März war von den Kandidaten mit Spannung erwartet worden - sie stellt eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Vergabe der Spiele durch die IOC-Mitglieder bei der Vollversammlung am 2. Juli in Prag dar.

Die Kommission unter dem Vorsitz des Norwegers Gerhard Heiberg hat sich in ihrem 82 Seiten umfassenden Bericht im Großen und Ganzen damit begnügt, die Projekte der drei Länder zu schildern, es werden aber auch kurz Vorzüge bzw. Verbesserungsmöglichkeiten herausgestrichen. Die Kandidaten haben nun noch bis Mitte Mai Zeit für "Nachbesserungen". Am 15. Mai haben sie eine Gelegenheit zur Präsentation im Rahmen des Meetings der IOC-Exekutive in Madrid. Die Entscheidung wird in Prag von rund 120 IOC-Mitgliedern getroffen, die Kopien der Berichte der Evaluierungskommission erhalten.

Bei Salzburg könnte eine Stärke gleichzeitig ein Schwachpunkt sein. "Salzburg bietet eine große Zahl von hochklassigen Skizentren. Die Bewerbung will die besten von ihnen nützen. Daher wurden viele verschiedene Orte vorgeschlagen. Das würde einen Einfluss auf das Management der Spiele und erhöhte Kosten zur Folge haben", heißt es in dem IOC-Bericht. Positiv wurden zahlreiche Punkte herausgestrichen: Der negative Einfluss auf die Umwelt sei wegen der großen Zahl bereits existierender Sportanlagen gering, das Budget sei vernünftig veranschlagt, es seien keine Sicherheitsrisken zu erwarten, Salzburg biete eine exzellente Bühne für die Verbindung von Sport und Kultur, das temporäre Stadion für Eröffnungs- und Schlussfeier über der Salzach sei sehr attraktiv. Bedenken äußert die Kommission allerdings wegen möglicher hoher Unterbringungskosten.

Bei Pyenogchang wird als Risiko erwähnt, dass das Ski-Resort für die Alpinen Speed-Bewerbe erst gebaut werden muss. Eine Herausforderung stelle die Unterbringung dar, weil noch nicht genügend Hotelzimmer zur Verfügung stünden. Der koreanische Bewerber beweise aber sehr gutes Potenzial.

Im Hinblick auf Vancouver werden die sehr guten Bedingungen für die Athleten herausgestrichen. Vancouver, das erstmals bei Winterspielen die Eröffnungsfeier in einem Hallenstadion mit 55.000 Sitzplätzen durchführen will, habe die Konzepte für die Olympischen Dörfer und Austragungsorte gut durchdacht und biete "hervorragende Bedingungen für die Athleten". Die Kommission ist zuversichtlich, dass die Erfordernisse für den Transport zwischen Vancouver und dem zweiten Zentrum in Whistler durch Verbesserungen wie den Bau der Sea-to-Sky-Autobahn erfüllt werden. Die garantierten Preise für die Olympische Familie seien vernünftig und die Formel, nach der Preise für alle Übrigen garantiert würde, sei klar. Die Kandidatur Vancouvers verfügt nur über einen "guten" Rückhalt in der Bevölkerung, bei den Rivalen ist dieser "sehr stark".

4.3.2003 11:05