Dienstag, 4. März 2003

Divis hofft auf Comeback am Wochenende

  • Einsatz in Worcester trotz Schmerzen möglich

Vor fast fünf Monaten ist Reinhard Divis sportlich aus der Bahn geworfen worden. Der Eishockey-Teamtorhüter, der am 7. April des Vorjahres als erster Österreicher in der National Hockey League gespielt hat, zog sich im NHL-Spiel seiner St. Louis Blues gegen die Columbus Blue Jackets (17. Oktober) eine schwere Bauchmuskel- und Adduktoren-Verletzung zu und hat seitdem kein Spiel mehr bestritten. Am Wochenende hofft der gebürtige Wiener beim Farm-Team Worcester Icecats in der AHL auf ein Comeback.

"Ich hoffe, aber ich weiß es noch nicht. Es ist schon alles geheilt, die Muskeln sind zusammen gewachsen. Aber im Adduktoren-Ansatz sind sie immer noch geschwollen. Als Feldspieler würde ich schon seit eineinhalb Monaten spielen, aber als Torhüter geht es noch nicht. In Extremsituationen habe ich noch große Schmerzen, kann das Bein noch nicht ganz strecken. Aber es ist schon besser und wenn ich mich voll strecken und ohne Schmerzen aufstehen kann, spiele ich. Schmerzfrei werde ich in dieser Saison ohnehin nicht mehr spielen können", erklärte Divis, der am Dienstag wieder ein volles Training absolvieren will.

Komplizierte Verletzung
Der 27-Jährige laboriert an einer für den Torhüter schwierigen Verletzung. Bei der Abwehrreaktion "Butterfly" ist Divis noch gehandicapt, die erste Diagnose von einer Pause von einem Monat erwies sich als viel zu optimistisch. "Beide Verletzungen sind genau am Muskel-Ansatz und hängen an den zwei Enden des selben Knochens. Bei diesem Bereich kennt sich keiner wirklich aus, wir haben in Worcester noch einen der besten Ärzte auf diesem Gebiet. Die Ärzte in Österreich haben sogar gesagt: Wenn eine Operation, dann bitte in Amerika", sagt Österreichs Nummer eins im Kasten.

Keine Spritzen
Divis verzichtete auch auf eine Spritzen-Behandlung. Bei den Bauchmuskeln wäre es nicht gegangen, da zu nahe an den Genitalien, bei den Adduktoren verzichtete er freiwillig, da Cortison die Muskeln spröde machen würde, erklärte er. "Für die Zukunft ist es so besser." So stand er erst Anfang Februar wieder auf dem Eis, drehte vorerst nur Runden ohne Ausrüstung. Stufenweise steigerte er das Training, zuletzt legte er aber wieder eine Woche Pause ein.

Divis macht sich Mut
"Es ist frustrierend, als Feldspieler könnte ich schon lange spielen. Aber es bringt nichts, in Selbstmitleid zu verfallen. Man muss sich immer vorsagen, warum, du hast ein Ziel vor Augen. Daher bin ich auch nicht niedergeschlagen", betonte Divis. Auch wenn die Leidenszeit noch lange nicht vorbei ist, die Pause läuft vielleicht schon am Wochenende ab.

4.3.2003 09:40