Montag, 3. März 2003

Schweitzer liegen Talente besonders am Herzen

  • "Finden von Talenten besitzt höchste Priorität"

Der Sport bleibt innerhalb der neuen Regierung in FPÖ-Hand, wechselte aber von der früheren Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer zum neuen Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer, der nun im Bundeskanzleramt beheimatet ist. Der Ex-Generalsekretär der Freiheitlichen stellte am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bildungsministerin Elisabeth Gehrer seine Pläne für den Sport in der kommenden Legislaturperiode vor. "Das Finden von Talenten besitzt für mich höchste Priorität", sagte Schweitzer über seine wichtigste Vorstellung.

Der Nachfolger von Riess-Passer, vor dem Einstieg in die Politik als Turn- und Geographie-Lehrer tätig, bekennt sich voll und ganz zum Sport. Österreich sei eine Sportnation und der Sport stelle für den Tourismus und die Wirtschaft einen unglaublich wichtigen Faktor dar. "Großereignisse wie die Fußball-EM 2008 und die Olympia-Bewerbung 2010, die wir unterstützen, bringen wesentliche Impulse für den Sport und die Wirtschaft", meinte Schweitzer, dessen Regierungskollegin Gehrer ergänzte: ". "Ich begrüße, dass der Sport seinen Stellenwert behalten hat."

Kommt Schulsportverband?
Besonders am Herzen liegt Schweitzer der Nachwuchs schon im Kindergartenalter und in allen Sportbereichen. Zu diesem Zweck lässt er die Einrichtung eines Schulsportverbandes prüfen, um so die Zusammenarbeit zwischen Schule (Gehrer: "Sport ist ein wichtiger Bestandteil der Bildung") und Verein zu intensivieren. "Viele Talente gehen verloren, weil das Bindeglied fehlt", glaubt Schweizter, der diese Schiene für Talente professionalisieren und intensivieren möchte. Dazu gehöre die Einbindung der Klubtrainer in den Schulsport und eine verbesserte Ausbildung der Sportlehrer, speziell in Pflichtschulen.

Mehr Sendezeit für "Nebensportarten"
Schweitzer hat sich auch die Ausarbeitung eines Berufssportgesetzes zum Ziel gesetzt. "Das ist eine Notwendigkeit für die Zukunft", erklärte der FP-Politiker, nach dessen Angaben es bereits einen Entwurf gibt, den man sich in Ruhe anschauen werde. Ein Anliegen ist es ihm weiters, dass jene Sportarten, die nicht regelmäßig im Mittelpunkt stehen, im ORF zu mehr und fixen Sendezeiten kommen sollen. "Auch die Nebensportarten verdienen ins Bild gesetzt zu werden." Die Besondere Sportförderung (Toto-Mittel) wird im Jahr 2003 um 1,5 Mio. Euro erhöht, wobei der Behindertensport verstärkt berücksichtigt wird.

Sportsponsoring soll attraktiver werden
Dass diese 1,5 Mio. Euro nicht ausreichen, ist Schweitzer bewusst. "Der finanzielle Kuchen wird in Summe nicht größer, wir müssen mit dem Vorhandenen zufrieden sein, uns aber bemühen mehr zu bekommen", sagt der Sportstaatssekretär. Daher möchte er in Gesprächen mit dem Finanzminister erreichen, dass Sportsponsoring durch steuerliche Absetzbarkeit attraktiver wird. "So könnten wir eine Aufstockung des Sportbudgets finden und Firmen einen Anreiz bieten", glaubt Schweizer, der auch bei den Ausgaben der Dachverbände finanzielles Potenzial ortet.

Verlagerung der Geldmittel
"Nicht alle Ausgaben der Dachverbände werden optimal verwendet, dieses Volumen könnte sinnvoller eingesetzt werden", sagt der Sportstaatssekretär, der sich aus den Geldmitteln für den Sport eine Verlagerung von den Dach- zu den Fachverbänden vorstellen kann. Schweitzer forderte alle Beteiligten auf, im Sinne und zum Wohle des Sports ihre Ideen einzubringen und mitzuarbeiten. "Ich will viel versuchen, ob es mir gelingt, wird letztlich meine Bilanz zeigen."

Zusammenarbeit nötig
Was die Medienberichte über die Bestellung eines Turnlehrers zum Staatssekretär betrifft, zeigte er sich "verwundert und leicht überrascht". Aus seiner Sicht sei ein abgeschlossenes Sportstudium jedenfalls "nicht die schlechteste Voraussetzung. Doch es bedarf aller zur Zusammenarbeit, die Interesse am Sport haben", sagte Schweitzer. Gehrer verkündete das Motto der neuen Regierung: "Wir wollen die Zukunft nachhaltig und gerecht gestalten". Das soll auch für den Sport gelten.

3.3.2003 15:10