Marovic erster Präsident Serbien-Montenegros
- Regierung Anfang nächster Woche
Der Spitzenfunktionär der Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) Svetozar Marovic (48) ist am Freitag vom Parlament Serbien-Montenegros zum ersten Präsidenten des neuen Staatenbundes gewählt worden. Für Marovic haben sich 65 der insgesamt 126 Abgeordneten ausgesprochen, 47 waren gegen ihn.
Marovic war im Frühjahr 1992 auch Kandidat für den ersten Präsidenten der damals gegründeten Bundesrepublik Jugoslawien gewesen. Den Posten hatte damals allerdings der Präsidentschaftskandidat Belgrads, Schriftsteller Dobrica Cosic, erhalten. Marovic ist langjähriger enger Mitarbeiter des montengrinischen Premier und Ex-Präsidenten Milo Djukanovic, hatte sich aber nie so direkt für die Unabhängigkeit Montenegros eingesetzt wie Djukanovic. Gerade dadurch ist Marovic, einst Führer der Kommunistischen Jugend in Montenegro, wohl zu einem Kompromisskandidaten für das Präsidentenamt geworden.
Er werde den Pflichten des Präsidenten Serbien-Montenegros im Einklang mit der Verfassungscharta verantwortungsbewusst, gewissenhaft und ehrlich nachkommen, lautete die kurze Angelobungsformel, welche der neue Staatschef entsprechend dem Wahlgesetz auszusprechen hatte.
Namentlich die ultranationalistische Radikale Partei Serbiens (Vojislav Seselj) war im Laufe der Diskussion über das Präsidenten-Wahlgesetz am Donnerstag bemüht gewesen, den Staatschef durch die Erweiterung des Angelobungssatzes auch zur "Wahrung der Gebietseinheit" des Landes zu verpflichten.
Der Jurist Marovic wird als Staatschef auch das Amt des Regierungschefs bekleiden. Sein Kabinett wird nur fünf Minister haben und soll den Ankündigungen nach Anfang nächster Woche dem Parlament präsentiert werden.
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