UNO-Inspektoren: "US-Beweise sind Fälschungen"
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Die UNO-Chefinspektoren Blix und ElBaradei halten die US-"Beweise", die immer wieder als Kriegsgründe herhalten müssen, für Fälschungen. Colin Powell weist das zurück: "Wir haben mehr Informationen und mehr Mittel als die Inspektoren".
Einige der von den USA vorgelegten Beweise über das irakische Massenvernichtungsprogramm fußen nach Feststellung der UNO-Chefinspektoren Hans Blix und Mohamed ElBaradei auf Fälschungen. ElBaradei sagte, einige Dokumente seien gefälscht.
Angebliche Uran-Käufe in Niger
Er bezog sich auf Unterlagen, die nach Darstellung der USA den Versuch irakischer Agenten beweisen, vor zwei Jahren in Niger Uran zu kaufen. Blix sagte, die Inspektoren hätten US-Vorwürfe über versteckte Waffen im Irak nicht verifizieren können. Er bat die USA erneut, Informationen darüber vorzulegen.
US-Außenminister Colin Powell sagte, er sei nach wie vor von der Stichhaltigkeit des US-Materials zum Irak überzeugt. "Ich habe bessere Informationen als die Inspektoren", sagte er dem US-Fernsehsender ABC. "Ich denke, ich habe mehr Mittel zur Verfügung als die Inspektoren." Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, hat erklärt, dass alle wichtigen Informationen weitergegeben worden seien.
Im Fall des Irak vorgeworfenen Uran-Kaufs in Niger und dem Vorwurf, der Irak habe massive Aluminiumrohre kaufen wollen, die für eine Zentrifuge zur Anreicherung von Uran benötigt würden, widersprach ElBaradei und stellte fest: "Es gibt keinen Hinweis für wieder aufgenommene atomare Aktivitäten."
Blix sagte, die Überprüfung des Irak sei nicht eine Frage "von Jahren, auch nicht Wochen, aber von Monaten". Aus einem 173 Seiten umfassenden Dossier wurde ersichtlich, warum: Nach Blix' Schätzung könnte der Irak noch über 10.000 Liter Milzbranderreger verfügen. Die Stichworte im Inhaltsverzeichnis erinnern an alle unbeantworteten Fragen: Raketentechnologie, Flugzeugbomben, Sprühgeräte, Drohnen, Senfgas, Sarin, chemische Laboreinrichtungen, Botulismus, Toxin, Ricin, Genforschung...
10.000 Liter Milzbrand-Erreger?
"Die starke Vermutung ist, dass 10.000 Liter Milzbranderreger nicht zerstört wurden und noch immer vorhanden sind", erklärte Blix. Es sehe auch so aus, als ob der Irak technisch noch immer in der Lage sei, Milzbranderreger "zumindest im Umfang von vor 1991" herzustellen. Drohnen könnten zum Versprühen biologischer Waffen eingesetzt werden. Die Entwicklung von zwei solcher unbemannter Flugkörper habe der Irak kürzlich eingeräumt. Zwei vom Irak gemeldete Drohnen könnten rund 100 Kilometer weit fliegen und vom Boden oder von anderen Flugzeugen aus gesteuert werden.
Laut Blix fehlen auch noch Beweise des Irak, die Entwicklung von Mittel- und Langstreckenraketen eingestellt zu haben. Der Irak müsse ferner den Verbleib von bis zu 30 Sprengköpfen von Scud-B-Raketen nachweisen, die mit biologischen und chemischen Kampfstoffen gefüllt gewesen seien.
Der britische Außenminister Jack Straw bezeichnete das Dossier als "schockierende Anklage von Saddam Husseins Lug und Betrug" und ein Beleg "der Gefahr, die er für die Region und die Welt darstellt".
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