Donnerstag, 6. März 2003

Flugzeug über Sahara abgestürzt - 102 Insassen tot!

  • Eine Person überlebte Unglück - 7 Franzosen unter den Opfern
  • Unglück passierte kurz nach dem Start

Beim Absturz eines algerischen Verkehrsflugzeugs im Süden Algeriens sind 102 Insassen ums Leben gekommen. Das teilte die Fluggesellschaft Air Algerie mit. Eine Person habe das Unglück überlebt, hieß es. Ersten Berichten zufolge soll es sich um eine Frau handeln.

Der Absturz ereignet sich aus offiziell vorerst ungeklärter Ursache über der Sahara nur wenige Minuten nach dem Start der Boeing 737-200 in Tamanrasset. Ein technischer Defekt wurde nicht ausgeschlossen.

Triebwerk fing Feuer
Der staatliche algerische Rundfunk zitierte Augenzeugen mit den Worten, ein Triebwerk der Maschine habe beim Start Feuer gefangen. Daraufhin sei das Flugzeug eine Kurve geflogen und nach rund 600 Metern verunglückt.

103 Menschen an Bord
Die Maschine war auf dem Weg nach Algier. An Bord befanden sich 97 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder (zwei Piloten, vier Flugbegleiter). 59 der Passagiere seien unterwegs nach Ghardaia gewesen, 38 wollten in die Hauptstadt Algier reisen, sagte ein Vertreter der Air Algerie dem algerischen Radio.

Krisenstab einberufen
Ministerpräsident Ali Benflis bildete einen Krisenstab. Innenminister Yazid Zerhouni und Verkehrsminister Abdelmalek Sellal begaben sich sofort an den Unglücksort.

Es war vermutlich der erste Absturz eines Verkehrsflugzeugs in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt Algeriens. Tamanrasset liegt etwa 2.000 Kilometer südlich von Algier in den Hoggar-Bergen. Diese sind wegen antiker und prähistorischer Funde ein beliebtes Ausflugsziel für Sahara-Reisende.

7 französische Opfer
Unter den Todesopfern sind auch sieben Franzosen. Dies meldete die algerische Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf Flughafenmitarbeiter. Das französische Außenministerium bestätigte in Paris, "mehrere französische Staatsbürger" seien bei dem Unglück in der südalgerischen Sahara ums Leben gekommen.

6.3.2003 16:41