Donnerstag, 6. März 2003

Blutiger Karneval in Rio - 90 Mordopfer

  • Trotz Panzern und Soldaten auf den Straßen
  • PLUS: Die Bilder vom bunten Karneval-Treiben in Rio

Der erste Militäreinsatz zur Karnevalszeit in Rio de Janeiro hat eine hohe Anzahl von Gewaltverbrechen nicht verhindern können. Trotz Panzern und Soldaten auf den Straßen der brasilianischen Metropole sei die Zahl der von Samstag bis Dienstag registrierten Ermordungen im Vergleich zu 2002 um 17 Prozent auf insgesamt 90 Fälle gestiegen, teilten die Behörden mit.

Ein Mann war am Montag bei einer Schießerei in unmittelbarer Nähe des Karnevalsstadions ums Leben gekommen. Ein Englischlehrer wurde von Soldaten erschossen, als er ein Haltezeichen bei einer Kontrolle übersah und weiterfuhr. Die Zahl der Mordversuche habe sich im genannten Zeitraum auf 54 verdoppelt, hieß es weiter.

Die Drogenmafia hatte die Zuckerhut-Stadt in der vergangenen Woche mit einer ungewöhnlichen Gewaltwelle in Angst und Schrecken versetzt. Deshalb waren Anschläge während der berühmten Karnevalsparade befürchtet worden. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes waren zu den Feierlichkeiten neben 37.000 Polizisten auch 3.000 Elitesoldaten zum Schutz der Bevölkerung im Einsatz.

6.3.2003 08:26