Donnerstag, 6. März 2003

Fußi legt Vorsitz seiner "Demokraten" zurück

  • Fußi nennt private Gründe als Grund für Rücktritt
  • PLUS: Die Bilder von Fußis Millionenshow-Auftritt

Rudolf Fußi hat den Vorsitz der "Demokraten" zurück gelegt. Das teilte Peter Kremmel, der Wiener Landesvorsitzende der Kleinpartei, in einer Aussendung mit. "Der Bundesvorsitzende der Demokraten und Initiator des Volksbegehrens gegen Abfangjäger, Rudolf Fußi, hat überraschend für uns alle, seinen sofortigen Rücktritt aus allen Funktionen erklärt. Namens des Bundesvorstandes, sowie der gesamten Partei, bedaure ich dies und bringe das hiermit zur Kenntnis", so Kremmel. Fußi nennt private Gründe für den Rücktritt.

Fußi war als Initiator des Anti-Abfangjäger-Volksbegehrens bekannt geworden, dass er vor fast genau einem Jahr erstmals präsentiert hat. Trotz des ungünstigen Termins mitten im Sommer erreichte er damit einen Erfolg mit 624.807 Unterschriften, das sind mehr als zehn Prozent der Stimmberechtigten. Bei der Nationalratswahl am 24. November erreichten die Demokraten dann nur 2.439 Stimmen oder 0,05 Prozent.

FP-Klagen
Zuletzt war Fußi, der immer wieder mit starken Worten von sich reden gemacht hatte, von mehreren freiheitlichen Politikern geklagt worden. Er hatte wiederholt beklagt, die Freiheitlichen wollten ihn finanziell ruinieren.

Private Gründe für Rücktritt
Rudolf Fußi hat "vorwiegend private Gründe" für seinen Rücktritt vom Vorsitz der "Demokraten" angeführt. Aber auch die finanziellen Probleme führte er ins Treffen. Ein Jahr in der Politik habe ihm "50.000 Euro und mehr gekostet", sagte Fußi gegenüber der APA. Vor allem die Klagen von Seiten der FPÖ machen ihm finanziell zu schaffen, vom früheren Oberösterreichischen Landesvorsitzenden Hans Achatz etwa ist ein Exekutionsverfahren im Laufen.

Von Politik genug
Von der Politik hat Fußi genug. "Ein Jahr Politik reicht. Ich habe so viel mitbekommen, dass ich weiß, dass ich mir das auf Dauer nicht antun will", sagte Fußi. "Der Realismus hat gesiegt." Er wolle nun wieder mehr Lebensqualität haben und beanspruche das Recht auf ein Leben, das einem 24-Jährigen entspreche. Konkret will Fußi nun wieder Theater spielen und seine Tätigkeit als Rhetorik-Trainer wieder aufnehmen.

"Demokraten": Weiterbestand gesichert
Um die Zukunft der "Demokraten" macht sich Fußi auch nach seinem Rücktritt keine Sorgen. "Der Weiterbestand ist gesichert." Über die Nachfolge soll bei einem Bundeskongress im Frühjahr entschieden werden.

6.3.2003 16:02