Sonntag, 9. März 2003

Gegen den Trend: Gemeinde Stall im Mölltal

  • SPÖ und FPÖ gewannen stark dazu - ÖVP verlor kräftig
  • Rekordbürgermeister Deutschmann in Grafenstein wieder da

Für ungläubiges Staunen sorgte in der Kärntner Landesregierung am Sonntag das Wahlergebnis der Gemeinde Stall im Mölltal. Dort gewann die SPÖ nicht weniger als 8,49 Prozentpunkte hinzu, die FPÖ holte ein Plus von 6,14 Prozentpunkten heraus. Wahlverlierer war dort die ÖVP mit einem Minus von 16,24 Prozentpunkten. Der Grafensteiner Rekord-Bürgermeister - im Amt seit 45 Jahren - wurde komfortabel wieder gewählt.

Zur Bürgermeisterwahl waren in der Gemeinde Stall im Mölltal überhaupt zur zwei Kandidaten angetreten. Peter Ebner verteidigte seinen Sessel mit Bravour, er kam auf 70,11 Prozent der Stimmen. Sein Gegner Anton Thorer von der ÖVP, brachte es auf 29,89 Prozent. Ebner kann sich künftig im Gemeinderat auch auf eine absolute Mandatsmehrheit stützen, die SPÖ erreichte mit 48,24 Prozent der Stimmen acht der insgesamt 15 Gemeinderatssitze. Die ÖVP, die bisher mit sieben Mandaten stärkste Fraktion gewesen war, ist nur noch mit vier Mandataren in der Gemeindestube vertreten. Die Freiheitlichen haben ihren Mandatsstand verdoppelt - von einem auf zwei Gemeinderäte.

Deutschmann seit 45 Jahren Gemeindechef in Grafenstein
Bei den Bürgermeisterwahlen in Kärnten ist am Sonntag der mit 45 Jahren Amtszeit längst dienende Bürgermeister Österreichs wiedergewählt worden: Der 75-jährige ÖVP-Politiker Valentin Deutschmann setzte sich in seiner Gemeinde Grafenstein (Bezirk Klagenfurt-Land) wieder souverän durch. Deutschmann, der seit zehn Jahren mit einem künstlichen Herzen lebt, ist seit 1958 Bürgermeister.

"Am 19. März sind meine 45 Jahre in Amt und Würden voll. Es ist das schönste Geschenk für mich, dass ich - wenn es meine Gesundheit zulässt - noch eine Periode für meine Bürgerinnen und Bürger da sein kann", freute sich die "lebende Legende" Deutschmann nach seinem Wahlsieg. Seine politische Laufbahn hatte er 1950 als Landesjugend-Obmann begonnen. 21 Jahre saß Deutschmann im Nationalrat und 40 Jahre in der Kärntner Landwirtschaftskammer, davon 15 Jahre als deren Präsident.

Das Motto des Altbauern, der strikter Antialkoholiker ist, lautet: "Alles, was auf unsere Gemeinde zukommt, annehmen und im Interesse der Bürger verwirklichen." Jedenfalls werde er weiterhin zu 100 Prozent für die Bevölkerung seiner Gemeinde da sein, versicherte Deutschmann.

Deutschmann kam auf 1.071 Stimmen oder 65,3 Prozent. Der FPÖ-Mann Bernhard Gritsch schaffte 405 Stimmen oder 24,7 Prozent, der SPÖ-Kandidat Alexander Zalka 165 Stimmen oder 10 Prozent.

9.3.2003 17:21