Waffenarsenal bei Flachgauer Pensionisten ausgehoben
- Über 200 Stück in "Sammlung"
- Keine kriminellen Verbindungen

Nur wenige Wochen, nachdem in Oberösterreich riesige Waffenlager ausgehoben worden waren, wurde die Exekutive jetzt auch in Salzburg fündig: Im Haus eines Pensionisten im nördlichen Flachgau entdeckte das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) über 200 Faustfeuerwaffen, zwölf Maschinengewehre, eine Handgranate und knapp 3.000 Stück Munition. Bei drei weiteren Hausdurchsuchungen in Salzburg kamen nur einzelne Waffen zu Tage, schilderte der Leiter des LVT, Burghard Vouk.
Der Großteil der Waffen stammt aus dem 1. oder 2. Weltkrieg, ist aber noch voll funktionstüchtig. Es seien aber doch auch einige neuere Modelle dabei gewesen, so Vouk. Beim Pensionisten handle es sich eindeutig um einen Sammler, denn auch die Hinweise auf ihn seien aus diesen Kreisen gekommen. Es gebe auch keinerlei Verbindungen zu kriminellen Organisationen. "Aber es gelangen solche Waffen immer auch in andere Hände", betonte der oberste Verfassungsschützer Salzburgs. Auch eine politische Zuordnung, etwa ins rechte Lager, sei beim Pensionisten nicht feststellbar.
Besessen hat der Flachgauer die Waffen aber bis auf eine einzige Ausnahme alle illegal. Auf seiner Waffenbesitzkarte war nur eine Waffe eingetragen. Deshalb hatte der Mann das ganze Arsenal auch versteckt, zum Großteil in extra umgebauten Möbelstücken wie Bettkästen. Auch Schubladen seien randvoll mit Pistolen gewesen. In früheren Jahren hatte der Pensionist einmal eine legale Sammlung besessen, diese dann aber verkauft, so Vouk. "Der Wert der Waffen liegt in Sammlerkreisen ganz sicher weit über einer Million Schilling (72.673 Euro)", so Vouk. Der Flachgauer habe sich seit seiner Jugend stark für Waffen interessiert, das sei später fast zur Sucht geworden.
Durchgeführt wurden die vier Hausdurchsuchungen im Auftrag des Landesgerichtes Wels. Die Hinweise kamen nach ähnlichen Waffenfunden aus Oberösterreich. Bei einem Teil der in Salzburg sichergestellten Waffen handelt es sich laut Vouk eindeutig um Kriegsmaterial - von der Handgranate bis zum überschweren Maschinengewehr. Da aber keine Hinweise auf kriminelle, politische oder extremistische Hintergründe vorliegen, werden die Verdächtigen auf freiem Fuß angezeigt.
Bei über 15 Hausdurchsuchungen hatten die Behörden in Oberösterreich - hauptsächlich im Salzkammergut - im Februar bei Sammlern 450 nicht genehmigte Gewehre, 50 Maschinenpistolen, zwei Maschinengewehre, 40 Faustfeuerwaffen, zehn Kilogramm Sprengstoff und 50.000 Schuss Munition sichergestellt. Sämtliche Waffen waren in bestem Zustand und "gebrauchsfertig". Die Sammler dürften auch immer wieder Schießübungen veranstaltet haben.
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