Montag, 3. März 2003

Aufregung um "radioaktives" Eisenfass in Wien

  • Aufwändiger Feuerwehreinsatz in "Sperrzone Innenhof"

Viel Lärm um Nichts! So kann man einen fast dreistündigen Feuerwehreinsatz in Wien-Ottakring vom Sonntag umschreiben: Ein umgeworfenes Eisenfass mit beunruhigenden Beschriftungen wie "Radioaktive Stoffe" samt dem Zusatz "Radioactive Boards" verhieß nichts Gutes und ließ die Einsatzkräfte in dem Innenhof mit aller gebührenden Vorsicht vorgehen. Schließlich stellte sich heraus, dass keinerlei erhöhte Strahlung oder sonstige Gefährdung vorlag.

Eine Hauspartei in der Thaliastraße 28 war auf das stark verrostete 200-Liter Fass aufmerksam geworden, aus dem einige Liter einer wässrigen Lösung ausgetreten und in den Kanal des Hofes geflossen waren. Die aufgebrachten Hinweise "Caution: Avoid Skin Contact" und "Radiation for Freeriders only", konnten die alarmierten Florianijünger nicht wirklich beruhigen.

Der ansonsten friedliche Innenhof wurde kurzerhand zur "Sperrzone" erklärt. Ein Spürtrupp unter der so genannten Schutzstufe 2 nahm im Hof Strahlenmessungen vor, die dem Normalwert entsprachen. Nun fassten die Feuerwehrleute Mut, stellten das Fass kurzerhand auf und entnahmen eine Probe, die sich bei der Analyse als Wasser mit erhöhtem Eisenanteil - wegen des Rosts - entpuppte. Schließlich wurde das ominöse Fass abtransportiert.

Erfreulich, dass trotz des Aufwandes niemand zur Kassa gebeten wird: Wegen des Besonderheit des Falls wird davon ausgegangen, dass kein Grund für eine Verrechnung an Dritte vorliegt, so der Einsatzbericht.

3.3.2003 09:34