Donnerstag, 27. Februar 2003

Autos in Deutschland & Österreich am teuersten!

  • "Einkauf im EU-Ausland kann sich lohnen"
  • Bis zu 60 Prozent Preisabstand

Die Autopreise zeigen zwar eine gewisse Annäherung zwischen den EU-Ländern, die Unterschiede bleiben aber noch groß, geht aus dem jüngsten Preisvergleich der EU-Kommission hervor, der am Donnerstag in Brüssel veröffentlicht wurde. Deutschland und Österreich sind in der Eurozone die teuersten Länder, insgesamt haben die Briten die höchsten Preise für ihren fahrbaren Untersatz zu zahlen. "Der Einkauf im Ausland kann sich lohnen" schließt die EU-Kommission aus ihren Zahlen.

Die EU-Kommission vergleicht alle sechs Monate die Preise ohne Steuern von den meistverkauften Modellen aller Hersteller. Diesmal sind 84 Modelle von 26 Firmen dabei. Ein Fiat-Seicento sei in Großbritannien um 60 Prozent teurer als in Spanien nannte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti den krassesten Preisunterschied. Für ein typisches Mitteklasse-Auto sei innerhalb der Eurozone mit einem Preisunterschied von 5.100 Euro zu rechnen, EU-weit seien es 6.500 Euro. Denn Dänemark gehört zu den billigsten und Großbritannien zu den teuersten Ländern für den Autokauf.

Der Markt bleibe weiterhin sehr fragmentiert, der Wettbewerb wirke noch nicht, schließt die EU-Kommission. Sie hofft durch die neuen Bestimmungen für den Autovertrieb, die spätestens ab 1.Oktober 2003 in Kraft treten, auf mehr Konkurrenz.

Österreich: Um 20 Prozent teurer!
In Österreich sind 19 Modelle um mehr als 20 Prozent teurer als im billigsten Euro-Land. Das sind um vier weniger als vor sechs Monaten, vermerkt die EU-Kommission. Einzelne Beispiele: Beim Kauf eines Alfa Romeo zahlt ein Österreicher vor Steuern (und sonstigen Kosten für den Kauf im Ausland) über 20 Prozent mehr als in Finnland, das sind 3.000 bis 4.500 Euro. Der Preisabstand zu Dänemark liegt sogar bei bis zu 7.500 Euro. Der Fiat Seicento kostet in Österreich 30 Prozent mehr als in Spanien, der Honda Accord um 33,5 Prozent mehr als in Finnland. Auch der Mazda 626 kostet in Österreich um ein Drittel mehr als in Finnland, in Dänemark dann noch einmal 15 Prozent weniger als in Finnland. Der Preisunterschied von Helsinki bis Wien: knapp 5.000 Euro.

Der Peugeot 406 kostet in Österreich um 32 Prozent mehr als in Griechenland und um 50 Prozent mehr als in Dänemark, der Unterschied beläuft sich auf 5.500 Euro. Auch bei verschiedenen Opel-Modellen ist Finnland deutlich billiger, beim Opel Omega macht der Unterschied beispielsweise 4.900 Euro aus. Beim Skoda Octavia ist der Preisabstand zu Finnland etwa ein Drittel, zu Dänemark knapp 50 Prozent. Aber auch der VW Golf kostet in Österreich um 21 Prozent mehr als in Finnland. Nur der Volvo S60 kostet in Österreich weniger als in allen anderen Euro-Ländern.

Einzelne Unternehmen, insbesondere Mercedes und Range Rover, aber teilweise auch BMW bieten ihre Fahrzeuge in allen EU-Ländern zu einem fast einheitlichen Preis an.

27.2.2003 14:43