DB: Gewerkschaften legen Nahverkehr in Bayern lahm
- Chaos im morgendlichen Berufsverkehr in München
- Gewerkschaft will für 160.000 Beschäftigte 5 Prozent mehr Geld

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft Dienstagfrüh den öffentlichen Nahverkehr in München, Nürnberg und Regensburg zeitweise lahm gelegt. Ungeachtet konkreter Signale der Arbeitgeber für ein Lohnangebot blockierten die Bahn-Bediensteten in der bayerischen Landeshauptstadt um kurz vor 6.00 Uhr den S-Bahn-Verkehr für mehr als eine Stunde.
Der Warnstreik sorgte für ein Chaos im morgendlichen Berufsverkehr. Zehntausende Menschen waren von der Aktion betroffen. Auch die S-Bahn-Verbindung zum Münchner Flughafen wurde unterbrochen.
70 Züge blieben in Bahnhöfen stehen
An dem Streik in München beteiligten sich rund 40 Angestellte der Bahn, mehr als 70 Züge blieben in den Bahnhöfen stehen. Ab kurz nach 7.00 Uhr wurde der S-Bahn-Verkehr wieder aufgenommen. Den ganzen Vormittag war aber mit Verspätungen zu rechnen.
Nürnberg & Regensburg
In Nürnberg legten etwa 200 Mitarbeiter der Deutschen Bahn die Arbeit am Hauptbahnhof nieder und versammelten sich zu einer Kundgebung. Bestreikt werden sollte nur der Nahverkehr. Allerdings hatte die Blockade auch Auswirkungen auf zahlreiche Fernverbindungen. Einige ICE-Züge konnten den Nürnberger Bahnhof nur mit Verspätungen verlassen. "Hier geht hier nichts mehr", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Auch in Regensburg legten rund 50 Angestellte die Arbeit nieder und stoppten den Nahverkehr.
5 Prozent mehr Geld
Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld für die bundesweit rund 160.000 Beschäftigten und eine Angleichung der ostdeutschen Löhne ans Westniveau. Nach den ersten Warnstreiks kündigte die Deutsche Bahn für die nächsten Verhandlungen am Donnerstag in Berlin ein erstes Lohnangebot an. Die Rede war von 1,3 Prozent mehr Lohn. Lars Scheidler von der Gewerkschaft Transnet bezeichnete das Angebot als "schlechten Faschingsscherz". In den vergangenen Tagen hatte die Gewerkschaft den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Sachsen durch Protestaktionen stundenlang behindert.
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