Freitag, 28. Februar 2003

HVB braucht frisches Geld via Wandelanleihe

  • Kurs stürzt auf 8,13 - gleich nach Handelsbeginn Kurseinbruch

Der Aktienkurs der BA-CA-Mutter HypoVereinsbank (HVB) ist am Donnerstag nach Spekulationen über die bevorstehende Ausgabe einer Wandelanleihe eingebrochen. Der Kurs sank nach Börsenöffnung massiv auf einen zwischenzeitigen Rekordtiefstand von 8,13 Euro ab. Bis 9.40 Uhr setzte eine leichte Erholung auf 8,77 Euro ein, immer noch ein Minus von mehr als 8 Prozent zum Vortagsschluss.

Das "Handelsblatt" (Donnerstag) hatte berichtet, die Bank plane eine milliardenschwere "Pflichtwandelanleihe", um ihre Kapitalbasis zu stärken.

Mit einem Kurs von knapp über 8 Euro nähert sich die HVB-Aktie scharf dem faktischen Nominalwert, zu dem die Wiener AVZ Stiftung (einst Hauptaktionärin der Bank Austria und heute Aktionärin der HVB) die bayerischen Bankaktien in ihren Büchern hat, heißt es am Donnerstag zur APA.

Laut "Handelsblatt" will der neue HVB-Konzernchef Dieter Rampl mit einer solchen Wandelanleihe den dringenden Kapitalbedarf des Instituts befriedigen. Eine weitere Herabstufung durch die Ratingagenturen würde die Refinanzierung der Bank erheblich verteuern. Zur HVB gehört auch die Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA).

Um eine Verteuerung der Refinanzierung zu verhindern, verhandle das Institut mit Investmentbanken über eine Zwangswandelanleihe mit einem Volumen von etwa 3 bis 4 Milliarden Euro, so das "Handelsblatt" weiter. Mit einer Platzierung sei frühestens im zweiten Quartal zu rechnen. Rampl wolle zunächst den Geschäftsverlauf der ersten drei Monate abwarten. Außerdem spreche die starke Verunsicherung an der Börse gegen eine schnellere Platzierung.

28.2.2003 09:46