AUA-Piloten: 'Werden nicht mehr über Vertrag arbeiten'
- Grippewelle könnte zu Flugausfällen führen
- Haupteigentümer ÖIAG: Bonuszahlungen international üblich
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Der Arbeitskampf bei der AUA geht in die nächste Runde: Die Piloten und Flugbegleiter der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) wollen künftig weniger arbeiten als bisher. "Viele sind nicht mehr bereit, über dem Kollektivvertrag zu arbeiten", sagte der Vorsitzende des AUA-Betriebsrats Bord (BRB), Rudolf Novak, nach einer Betriebsversammlung am Freitagabend zur APA. Das Bordpersonal leiste bisher freiwillig mehr Dienst als laut KV erforderlich.
Weiters werden die Belegschaftsvertreter am Montag eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats beantragen, in der das Kontrollgremium die Mitarbeiter über vereinbarte Bonuszahlungen an den vierköpfigen AUA-Vorstand informieren soll. Dies haben die im AUA-Aufsichtsrat vertretenen Belegschaftsvertreter zusammen mit dem Angestellten-Betriebsrat (BRA) für das Bodenpersonal beschlossen. Eine solche AR-Sondersitzung sei binnen 14 Tagen durchzuführen, hieß es.
Die Mitarbeiter kritisieren, dass der Vorstand durch die Einführung eines Aktienoptionenprogramms und Bonuszahlungen für das Turnaround-Jahr 2002 unverhältnismäßig profitiere, während die Belegschaft mit einem Sparprogramm und dem Abbau von 1.000 Mitarbeitern habe "bluten" müssen.
"Dienst nach Vorschrift" angedroht
Mit dem Beschluss könnte das Bordpersonal verstärkt "Dienst nach Vorschrift" leisten und weniger bereit sein als bisher, in der Freizeit für erkrankte Kollegen einzuspringen. "Im Fall einer Grippewelle könnte es zu Verspätungen oder Flugausfällen kommen", umriss Novak die möglichen Konsequenzen. Auf manchen Flügen dürfte damit auch der Einsatz von mehr Personal erforderlich werden.
Die kurzfristig einberufene Betriebsversammlung am Freitagnachmittag am Flughafen Wien dauerte gut zwei Stunden, beteiligt haben sich mit rund 300 AUA-Mitarbeitern weniger als an früheren Versammlungen.
Verspätungen
Die AUA wollte die Sitzung vorerst nicht eigens kommentieren. "Acht Europa-Flüge waren im Ausmaß zwischen 20 und 60 Minuten verspätet", hielt Unternehmenssprecher Johannes Davoras als Resultat der Versammlung lediglich fest. In Summe ergäben sich damit 330 Minuten Verspätung. Zu Flugausfällen sei es nicht gekommen.
Bonuszahlungen üblich
"Variable Gehaltsbestandteile" seien im internationalen Top-Management üblich, betonte Viktoria Kickinger, Sprecherin des - mit knapp 40 Prozent - AUA-Haupteigentümers ÖIAG. Die definierten Kriterien für das Erreichen dieses Bonus seien äußerst schwer zu erfüllen, "wie jeder weiß, der AUA-Aufsichtsratspräsident (Rainer) Wieltsch kennt", unterstrich die Sprecherin. Die Höhe des Bonus sei ihr nicht bekannt, er liege aber unter 50 Prozent des Grundgehaltes.
Konflikt brach Ende 2002 aus
Bereits im Jänner hat eine Mehrheit des AUA-Bordpersonals - 482 Piloten und 1.340 Flugbegleiter - den Betriebsrat ermächtigt, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um eine befürchtete "Unterwanderung" des fliegenden AUA-Personals durch billigere Kollegen der Tochtergesellschaften Lauda Air, Tyrolean Airways oder durch schlechter qualifiziertes Personal aus Osteuropa zu verhindern. Offen aufgebrochen war der Konflikt zwischen Piloten und Vorstand, als dieser Ende 2002 die Betriebsvereinbarung C-33 per Ende 2003 aufkündigte, die dem AUA-Bordpersonal einen fixen Anteil von 43 Prozent an allen Flügen im Konzern zusicherte.
Anfang dieser Woche sprachen die Belegschaftsvertreter von einem "Vertragsbruch", weil die AUA bereits jetzt Tyrolean-Personal auf AUA-Flügen einsetze. Die AUA konterte: Es handle sich um insgesamt sieben Einzelfälle auf Grund "operationeller Erfordernisse", zudem würden umgekehrt wesentlich häufiger AUA-Piloten auf Flügen von Tyrolean eingesetzt. Dies sei bei 41 Flügen der Fall gewesen.
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