Donnerstag, 27. Februar 2003

Palmers-Pläne: Schwache Filialen auflassen

  • Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Jobs!
  • Plus: Fakten & Zahlen zum Unternehmen

Der neue Zweier-Vorstand der Palmers Textil AG hat erste Pläne für die Zukunft der Wäschekette gelüftet: Zunächst wird das Filialnetz (Palmers, Palmers Franchise, p2 und Gazelle) unter die Lupe genommen. So sollen "unterfrequentierte Standorte aufgelassen" werden. Jetzt zittern Dutzende Mitarbeiter um ihre Jobs!

Andererseits will man in Wachstumsgebieten neue, moderne Filialen aufmachen. Auch beim Personal wird es im Zuge der Restrukturierung "Anpassungen" geben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Details über einen Stellenabbau gab es noch nicht, es solle aber die "natürliche Fluktuation für Personalanpassung genutzt werden." Die natürliche Fluktuation im Jahr liege bei rund 180 Mitarbeitern.

Im Geschäftsjahr 2002/2003 (per 31. Jänner) hat die Palmers Textil AG rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen unterhielt zum Stichtag insgesamt 360 Filialen.

Bei der angestrebten Optimierung des Vertriebs handle sich "aber sicher nicht um eine defensive Strategie", wurde zugleich betont.

Es gelte eine seit Jahrzehnten etablierte Filialstruktur "an den geänderten Kunden- und Marktanforderungen auszurichten". Darauf woll man mit der Neustrukturierung der Filialen reagieren, so Vorstandssprecher Walter Wölfler. Die geplante "Anpassung" umfasse dabei sowohl die Zahl der Filialen, deren Größe sowie Ausstattung. "Bewusst ausgebaut" werden sollen die Aktivitäten bei Gazelle, deren Repositionierung als Dessous-Markenartikel-Anbieter im Vorjahr abgeschlossen wurde.

Eine "umfassende Evaluierung" steht für das Deutschlandgeschäft an. Hier werde man "verstärkt Spreu vom Weizen trennen müssen", kündigt Neo-Vorstand Joachim Knehs in der Unternehmensmitteilung an. Es gebe dort eine Reihe von hervorragenden Standorten, aber auch einige, die deutlich hinter den Erwartungen geblieben seien.

Die in den vergangenen Jahren forcierte internationale Expansion solle aber fortgesetzt werden.

Knehs, zuständig für Marketing und Vertrieb sowie das Auslandsgeschäft, sieht auch einen gewissen "Nachholbedarf" bei der Shopgestaltung. Hier werde man behutsame Aktualisierungen im Design vornehmen um den Stammkunden weiter "ein vertrautes Ambiente zu bieten, aber auch neuen Kundschichten anzusprechen. Auch "beim Sortiment" soll es zu noch nicht näher erläuterten "Anpassungen" kommen.

Bei der Jugendmarke p2 soll in Zukunft "der Vertrieb über den Handel forciert werden" und eine "Optimierung der Filialstruktur" erfolgen. Derzeit wird die p2-Wäsche abgesehen von eingien eigenen Filialen bei BIPA in Österreich und DM in Deutschland sowie Hipercort in Spanien verkauft.

27.2.2003 15:28