Donnerstag, 27. Februar 2003

AUA-Vorstand kassiert für Einsparungen Mio-Prämie!

  • FORMAT: Belegschaft ist erbost!
  • AUA: "Sache des Aufsichtsrats"

Im sich verschärfenden Konflikt zwischen dem Bordpersonal der AUA und dem Management erhalten die Belegschaftsvertreter neue Munition: Nach Informationen von FORMAT kassieren die vier AUA-Vorstände für das Geschäftsjahr 2002 eine Erfolgsprämie von rund einer Million Euro. Vorläufigen Zahlen zufolge hat die Austrian Airlines-Gruppe aus AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 ein Betriebsergebnis von mehr als 40 Mio. Euro erzielt.

Der Ergebnisverbesserung vorausgegangen sind massive Sparmaßnahmen im Unternehmen. Insgesamt wurden rund 1.000 Stellen in der Gruppe eingespart, die Belegschaft verzichtete auf 8 Prozent ihres Gehaltes, der Vorstand erlegte sich eine Kürzung des Fixgehalts um 15 Prozent auf.

Geld fürs Sparen
Die Belegschaft ist angesichts der üppigen Prämie erbost. "Es ist ungeheuerlich", zitiert "Format" Bordbetriebsrat Karl Minhard, "uns haben sie acht Prozent Gage weggenommen, und jetzt bedienen sie sich selbst, weil sie bei uns so brav gespart haben".

Aus dem Unternehmen gibt es vorerst keine direkte Stellungnahme zur Prämie. "Das ist Sache des Aufsichtsrates", hieß es am Donnerstag nur. AUA-Chef Vagn Sörensen und seine Kollegen argumentieren mit einem vereinbarten variablen Gehaltsbestandteil. Das Personal will jetzt noch härter gegen geplante Kürzungen kämpfen. Schon eine Betriebsversammlung diesen Freitag könnte den Flugverkehr stören.

27.2.2003 15:11