Donnerstag, 27. Februar 2003

AUA-Management sieht keine Vertragsverletzung

  • Klage von Bordbetriebsrat sei "unbegründet"
  • Flugsicherheit: Top-Noten für Austrian Airlines (Kasten)!

Das Management der Austrian Airlines-Gruppe (AUA) hält die gestern vom AUA-Bordbetriebsrat angedrohte Klage für "unbegründet". Der Vorwurf der Verletzung der Betriebsvereinbarung, die AUA-Piloten und -Flugbegleitern eine fixe Quote von 43 Prozent auf allen Flügen der Austrian Airlines-Gruppe mit AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways garantiert, entbehre "jeder Grundlage", hieß es am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Mit derartigen Störaktionen werde dem Image und guten Ruf der AUA "vorsätzlich Schaden" zugefügt.

Die AUA halte sich nämlich "genau an diese Quotenregelung" und werde dies auch bis zum Ende der Kündigungsfrist - Ende des Jahres 2003 - vereinbarungskonform tun. Damit liege kein Bruch bestehender Vereinbarungen vor.

Eine seit 1998 bestehende betriebsinterne Regelung ermögliche es, dass "im Fall operationeller Erfordernisse" Crews der Schwestergesellschaft Flüge durchführen könnten, so die AUA. Seit 1. Jänner 2003 seien acht AUA-Fokker 70 Flüge von Tyrolean Piloten pilotiert worden, während 41 Tyrolean Jets von AUA-Piloten pilotiert worden seien. Dies sei unter anderem dadurch bedingt, dass bei AUA ein Überhang an Piloten bestehe, während bei Tyrolean Airways die Cockpitcrews voll ausgelastet seien. Seit 1998 hätten 270 Mal AUA-Piloten Tyrolean Fokker 70 Flugzeuge gesteuert, im umgekehrten Fall seien dies nur 55 Flüge gewesen.

Zwei Mal hätten heuer Tyrolean Piloten AUA-Jets pilotiert, da die vorgesehenen AUA-Piloten an der vom AUA-Bordbetriebsrat einberufenen Betriebsversammlung in Überlänge teilgenommen hätten und der Flug ansonsten gestrichen hätte werden müssen. In einem weiteren Fall seien Tyrolean Kollegen auf "ausdrücklichen Wunsch" der AUA-Fokker 70 Pilotenkollegen eingesprungen, um möglichst vielen AUA-Piloten die Teilnahme am Begräbnis eines verstorbenen Kollegen zu ermöglichen.

"Dem Unternehmen auf Grund dieser Begebenheiten Unterwanderung vorzuwerfen, ist nicht nachvollziehbar", betonte AUA-Sprecher Johannes Davoras. Die eingesprungenen Tyrolean Piloten nun sogar als "billiges Fremdpersonal" abzukanzeln, sei wohl mehr als unkollegial. Außerdem müsse man "nach dem Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge mancher AUA-Piloten" fragen. Der AUA-Bordbetriebsrat habe es in der Hand, ob er der AUA ein weiteres Wachstum und den Kollegen verbesserte Karriereperspektiven ermögliche oder ob "unweigerlich eine Stagnation, die im heutigen Wirtschaftsumfeld einer Schrumpfung des AUA-Flugbetriebes gleichkommen würde, bevorsteht".

Das AUA-Management habe im übrigen mehrmals Gesprächstermine unter Einbezug der Vertreter der Sozialpartner angeboten und für Mitte März 2003 einen ersten Gesprächstermin vereinbart.

27.2.2003 13:14