Dienstag, 25. Februar 2003

HypoVereinsbank: Stellenabbau & ev. Kurzarbeit

  • HVB: 858 Mio. Euro Konzernverlust 2002 (Kasten)
  • Österreich-Tochter BA-CA mit 23% weniger Gewinn (Kasten)

Die angeschlagene HypoVereinsbank (HVB) will weitere Stellen abbauen. Die bis zum Jahresende angekündigte Streichung von 9.100 Arbeitsplätzen reiche nicht aus, sagte der neue Vorstandschef Dieter Rampl der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). Mit dem Betriebsrat werde auch über längere Auszeiten oder eine vorübergehende Vier-Tage-Woche verhandelt. Der "Welt" zufolge sollen die Personalkosten um 90 Mio. Euro reduziert werden.

Die HVB, Mutter der Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA), hat mit einem Verlust von 858 Mio. Euro im vergangenen Jahr das bisher schlechteste Ergebnis der Banken in Deutschland ausgewiesen (siehe Kasten). "Bis Ende 2003 werden wir wieder die schwarze Null erreichen", kündigte Rampl an. Bedingung dafür sei aber ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent und kein langer Irak-Krieg.

Zu Spekulationen über eine Fusion der HypoVereinsbank mit der Commerzbank sagte Rampl: "Wir haben in diesem Jahr Wichtigeres zu tun." Dagegen schloss er eine Verbindung der Fondstöchter Activest und Cominvest nicht aus: "Wenn ein Zusammengehen der Fondstöchter sinnvoll ist, bin ich gesprächsbereit."

Die HVB steuere konsequent den Kurs "Erträge rauf, Kosten runter", sagte Rampl. "Alle Beteiligungen stehen auf dem Prüfstand." Langfristige Industriebeteiligungen seien für eine Bank kaum sinnvoll. Um notwendiges Kapital zu beschaffen, sei ein Abbau legitim. Hinter den großen Beteiligungen der HVB an der Allianz und der Münchener Rückversicherung versteckten sich wegen der gefallenen Aktienkurse stille Lasten von 1,3 Milliarden Euro. "Ein Komplettverkauf der Titel zum jetzigen Zeitpunkt" wäre wenig sinnvoll. Für die Vertriebspartnerschaft der Bank mit der Münchener Rück aber sei die gegenseitige Beteiligung unwichtig.

Die HVB ziehe sich aus allen Geschäften zurück, die nicht profitables Kerngeschäft seien. "In Asien und Amerika reduzieren wir das Kreditgeschäft deutlich", sagte der Bankchef. Die Investitionen in Spanien und die Expansion der Direktbanktochter DAB in Frankreich und der Schweiz seien Fehler gewesen und würden rückgängig gemacht. Dadurch sei der Verkaufsdruck für die DAB gesunken.

25.2.2003 12:10