Dienstag, 25. Februar 2003

Vor einem Jahr: Euro löste Schilling endgültig ab

  • Euro seit März 2002 alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel
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Vor genau einem Jahr, am 28. Februar 2002, hat der Schilling als letzte eigenständige österreichische Währung endgültig seinen Abschied genommen. Zwei Monate nach der physischen Einführung der neuen europäischen Gemeinschaftswährung in den zwölf Euroländern mit Jahresbeginn 2002 wurde der Schilling per 1. März endgültig vom Euro als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel abgelöst. Auch die Phase der verpflichtenden doppelten Preisauszeichnung ging vor einem Jahr zu Ende. Als Buchgeld war der Euro bereits seit Anfang 1999 gültig.

Mit dem endgültigen Aus für den Schilling ist vor einem Jahr auch die Geschichte einer eigenständigen österreichischen Währung zu Ende gegangen. Die letzte, die Schilling-Währung, ist - unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg - seit Dezember 1924 fast 80 Jahr lang gültig gewesen.

OeNB tauscht unbefristet & unbegrenzt um
Die Banken sind seit März 2002 nicht mehr verpflichtet, Schilling gegen Euro einzutauschen. Bei den Kassen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wird der kostenlose Umtausch für die zuletzt gültigen Serien aber auf jeden Fall unbefristet und unbeschränkt möglich sein. Bereits aufgerufene Serien werden noch bis 20 Jahre nach ihrem Einziehtermin umgetauscht.

Die noch überraschend hohen ausständigen Schilling-Altgeldbestände in Höhe von rund 12 Mrd. Schilling (872 Mio. Euro) von insgesamt rund 200 Mrd. Schilling erscheinen dem Hauptverantwortlichen für die Euroeinführung in Österreich, OeNB-Direktor Wolfgang Duchatczek, in der Zwischenzeit "fast schon plausibel", da auf die Einwohnerzahl hochgerechnet bei dieser Summe auf jeden Österreicher rund 1.500 Schilling - also weniger als ein ganzer Schilling-Satz ohne 5.000er - entfallen würden. Da im Laufe der Zeit bei den Menschen immer wieder alte Schillinge auftauchen werden, will die OeNB weiterhin Hilfestellung bei der Schilling-Rücknahme anbieten.

Euro wird "Teuro"-Image nicht los
Unzufrieden ist die OeNB noch immer mit dem Negativ-Image des Euro als "Teuro". Obwohl die Jahresinflationsrate 2002 von 1,8 Prozent zeigt, dass es auch während der Euro-Einführung Preisstabilität gegeben hatte, wird emotional eine stärkere Teuerung wahrgenommen. Das hängt für Duchatczek damit zusammen, dass gerade Artikel des täglichen Bedarfs, mit denen die Menschen öfters in Kontakt kommen, überdurchschnittlich teurer geworden waren.

Noch immer kein Euro-Preisgefühl
Das Abschätzen in Euro, was teuer, preisgünstig oder ein echtes Schnäppchen ist, bereitet der Mehrheit der Österreicher aber nach wie vor beträchtliche Probleme, fand im Jänner das Linzer Meinungsforschungsinstitut "Spectra". Außerdem stagnieren die Sympathiewerte für den Euro. Nur jeder Fünfte gab an, sein Gefühl für Preise in Euro sei gleich gut wie mit dem Schilling. 79 Prozent hatten dagegen noch Probleme. Dieses Preisgefühl, das nicht und nicht besser werden will, dürfte auch dafür verantwortlich sein, dass der Euro das negative Image "Teuro" nicht los wird. Für eine relative Mehrheit von 50 Prozent ist die europäische Währung "noch nicht so sympathisch wie der Schilling".

Österreich war laut einer jüngst veröffentlichten Studie des Fachhochschul-Studienlehrgangs Kommunikationswirtschaft durch die erfolgten Kommunikationsanstrengungen aller beteiligten Institutionen gut auf den Euro vorbereitet. Die gesteckten Ziele konnten weitestgehend erreicht, Ängste in der Bevölkerung abgebaut werden. Die Euro-Einführung gilt als die "größte Aktivität, die im Kommunikationsbereich in den letzten Jahrzehnten gelaufen ist".

25.2.2003 08:57