Roma empört über Referee Meier & Arsenals Keown
- Italiener erwägen Einspruch, Barcelona im Viertelfinale
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Mit einer "erfundenen Tätlichkeit" hat ausgerechnet der bei der UEFA in der Elite-Gruppe geführte Schweizer Schiedsrichter Urs Meier am Dienstag in der Fußball-Champions League nicht nur beim betroffenen AS Roma einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Sogar die Schweizer Nachrichten-Agentur "SIZ" sprach nach der Roten Karte gegen Top-Star Francesco Totti von einem "skandalösen Fehlentscheid" des eidgenössischen Referees und hielt ihm vor, dass er die Tätlichkeit "erfand".
"Wir werden überlegen, ob wir Einspruch einlegen", erklärte AS-Coach Fabio Capello nach dem Studium der Fernseh-Bilder und trotz des in 68-minütiger Unterzahl erkämpften 1:1 bei Arsenal London.
"Roma war stärker als Meier", empörte sich "La Gazzetta dello Sport" am Mittwoch über die folgenschwere Benachteiligung durch den "23. Mann". Capello und selbst die Medien in England brandmarkten aber weniger den Unparteiischen, als vielmehr Tottis Gegenspieler Martin Keowne. "Sturm um Betrüger Keown", titelte "The Daily Star" über den Verteidiger, der nach Tottis Versuch, sich mit der Hand abzustützen, theatralisch zu Boden ging und das Opfer mimte. "Der ist ein großartiger Schauspieler", sagte Capello und kritisierte: "Englands Fußball hat es verpasst, faires sportliches Verhalten zu zeigen."
Totti: "Ich habe nichts getan"
"Ich habe nichts getan, wirklich nichts", meinte Rotsünder Totti fassungslos. Dass sein Team den Rückstand nach Patrick Vieras Tor (12.) durch Antonio Cassano (45.) in Unterzahl aufholen und mit viel Glück den nötigen Punkt zum Erhalt der Viertelfinalchance verteidigen konnte, werten die Italiener als ausgleichende Gerechtigkeit. Zumal auch Ajax Amsterdam und der FC Valencia 1:1 spielten.
Damit kann jeder Verein der Gruppe B in der letzten Runde aus eigener Kraft den Aufstieg ins Viertelfinale schaffen. Ajax führt dank des gewonnenen direkten Duells vor Arsenal (je 7 Punkte), Valencia (6) und Roma (4). Valencia und Ajax versäumten es, den entscheidenden Vorteil heraus zu holen. "Die Standardsituationen werden allmählich zum Fluch für uns", monierte Valencias Coach Rafael Benitez. Sein Team kassierte zuletzt vier Gegentore nach Eckbällen oder Freistößen. Wie in Amsterdam: Nach Kily Gonzalez' Führungstor (28./Foulelfmeter) köpfelte Petri Pasanen (57.) nach einer Ecke den Ausgleich.
Barcelona als drittes Team im Viertelfinale
Klarer ist die Lage in der Gruppe A. Der FC Barcelona (13) ist nach dem 2:0 über Bayer Leverkusen (0) als drittes Team nach AC Milan und Manchester United in der lukrativen Runde der besten Acht. Inter Mailand (7) und Newcastle United (6), die sich beim 2:2 einen begeisternden Schlagabtausch lieferten, kämpfen um das zweite Ticket, das Inter mit einem Sieg beim Punktelieferanten Leverkusen aus eigener Kraft lösen kann.
"Solange es rechnerisch drin ist, haben wir immer eine Chance", sagte United-Coach Bobby Robson. Dass die Top-Leistung des Doppel-Torschützen Alan Shearer nicht mit einem Sieg belohnt wurde, lag an zwei Inter-Akteuren. Christian Vieri, Torjäger Nummer eins in Italien, beendete seine sechs Jahre anhaltende Torflaute in der Meisterliga. Und Ivan Cordoba sorgte mit seinem Premieren-Treffer für das wichtige 2:2. "Shearers Tore hätten uns fast die Beine weggerissen, aber wir haben großartig reagiert", lobte Trainer Hector Cuper.
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