Montag, 24. Februar 2003

ManU-Sieg bei Juventus als Spiel der Rekorde

  • Höchste EC-Heimniederlage für "Alte Dame"
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Der 3:0-Erfolg von Manchester United am Dienstag in der Champions League bei Juventus Turin ist in mehrfacher Hinsicht reif für einen Eintrag in die Fußball-Geschichtsbücher. Die Ferguson-Elf schaffte damit als erste Mannschaft überhaupt zum siebenten Mal in Folge den Einzug ins Viertelfinale der Elite-Liga und fügte dem italienischen Rekordmeister dabei die höchste Europacup-Heimniederlage der Vereins-Geschichte zu. Besser erging es dem zweiten Serie-A-Klub AC Milan, der sich mit einem 1:0 bei Lok Moskau ebenfalls vorzeitig für die Runde der letzten Acht qualifizierte.

"Das war ohne Zweifel eine großartige Leistung von uns, da hat sich unsere Erfahrung bemerkbar gemacht", freute sich Manager Sir Alex Ferguson über den erst zweiten Sieg von ManU auf italienischem Boden. Der erste Erfolg wurde mit dem 3:2 im Semifinal-Rückspiel 1999 ebenfalls gegen die "alte Dame" eingefahren - wenige Wochen später folgte der Champions-League-Sieg im denkwürdigen Finale gegen Bayern München. Der Einzug ins Endspiel ist auch diesmal das große Ziel von Beckham und Co., geht es doch am 28. Mai im Heimstadion Old Trafford über die Bühne.

Giggs beendete Rekordserie Juves
Der Waliser Ryan Giggs, kurz zuvor eingewechselt, beendete mit dem 1:0 in der 15. Minute die Champions-League-Rekordserie der Turiner, die in Heimspielen in 722 Minuten ohne Gegentor geblieben waren, und stellte noch vor der Pause auf 2:0. Van Nistelrooy, der wiederum für Giggs ins Spiel kam, verbesserte seine eigene Bestmarke. Mit dem Tor zum 3:0 gelang es dem Niederländer als erstem Spieler in der Königsklasse, in sieben Spielen en suite zumindest ein Mal zu treffen.

Schuld ist die Grippe
Juve-Coach Marcello Lippi machte für die Niederlage neben individuellen Fehlern (allen drei ManU-Treffern ging ein Turiner Lapsus voraus) auch die erst jüngst überstandene Grippewelle verantwortlich. "Wir zahlen jetzt den Preis dafür", meinte Lippi.

Rivaldo-Treffer für Milan
Weit besser war die Stimmung im Lager des AC Milan, der sich dank eines verwandelten Elfers von Rivaldo (sein erster Europacup-Treffer für Milan) mit dem vierten 1:0-Sieg im vierten Zwischenrundenspiel ebenfalls den vorzeitigen Aufstieg sicherte und damit erstmals seit 1995 wieder unter den letzten Acht steht. "Ich bin sehr glücklich, dass wir das schon so früh geschafft haben", freute sich Trainer Carlo Ancelotti, der Maldini zu seinem 118. Einsatz auf europäischer Ebene verhalf. Damit hat der Innenverteidiger den bisher von Ex-Inter-Spieler Bergomi gehaltenen Rekord für italienische Teams überboten.

Real-Ausgleich in der 92. Minute
Im Gegensatz zu ManU und Milan muss Titelverteidiger Real Madrid noch um die Viertelfinal-Teilnahme bangen. Die "Königlichen" standen in Dortmund lange am Rande einer Niederlage, ehe dem eingewechselten Portillo in der 92. Minute noch der Ausgleich zum 1:1 glückte, womit Zidane und Co. das Rennen um den zweiten Platz in Gruppe C gegen die Borussen noch aus eigener Kraft für sich entscheiden können. "Das Tor war verdient. Wir sind zwar noch nicht durch, aber es schaut nicht schlecht aus", erklärte Real-Coach Vicente del Bosque.

Sammer tobte nach dem Schlusspfiff
Seinem Widerpart Matthias Sammer trieb es angesichts der taktischen Undiszipliniertheit vor dem Gegentreffer die Zornesröte ins Gesicht. "Das Lehrgeld, das wir zahlen, ist einfach zu hoch. Man muss in der Schlussminute nicht versuchen, um die goldene Ananas zu spielen." Real (5 Punkte) liegt in Gruppe C weiter einen Zähler vor den Deutschen, Lok Moskau (1) hat noch minimale Außenseiter-Chancen.

Basel darf noch hoffen
In Gruppe D haben mit Juventus, La Coruna und Basel auch noch alle drei Mannschaften die Möglichkeit auf den zweiten Aufstiegsplatz neben Manchester. Durch den 1:0-Heimsieg der Galizier über die Schweizer hält La Coruna so wie Juve bei vier Punkten, Basel darf sich mit drei Zählern noch Hoffnungen machen.

24.2.2003 14:19