Daum und Constantini vor im verbalen Clinch
- Deutscher: "Habe niemanden namentlich angegriffen"
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UMFRAGE: Wessen Stuhl ist am unsichersten?
Das violette Fußball-Derby Austria Wien - SV Salzburg am Samstag ist kein Gewöhnliches. Nicht, weil der überlegene Spitzenreiter sein Heimdebüt 2003 gibt und auch nicht, weil die Gäste überhaupt ihr erstes Pflichtspiel in diesem Jahr bestreiten, sondern vielmehr, weil Christoph Daum und Didi Constantini im verbalen Clinch liegen. Ein Interview des deutschen Austria-Trainers im "Sportmagazin" (Montag-Ausgabe) erregte den Sportdirektor der Festspielstädter. Zur Pikanterie trägt bei, dass der Tiroler vor etwa einem Jahr noch auf der Gehaltsliste der Favoritner stand.
"Es sollen sich nur diejenigen angegriffen fühlen, auf die es zutrifft. Ich habe niemanden namentlich genannt", sagte Daum am Freitag über seine Zitate ("Mir scheint, als hätten Vereinspräsidenten Urlaub am Plattensee gemacht und sich vier Kellner mitgenommen") in der Zeitschrift. Der Deutsche habe damit die hohe Zahl an Durchschnittslegionären in der T-Mobile-Bundesliga gemeint. Constantini "schoss" scharf zurück. Er bezeichnete die Aussagen seines Ex-Kollegen als "unterste Schublade, sehr unintelligent, eines Liga-Trainers unwürdig und fast grenzdebil". Der Mann überlege nicht, was er sage.
Friedensangebot von Daum
Daum wertete seinerseits die Kritik, die er nicht näher kommentieren wollte, als "überzogen und für sich sprechend". Der Austria-Feldherr bot seinem Widersacher, der vor der Daum- und Schachner-Ära für Frank Stronach interimistisch gearbeitet hatte, an, nicht öffentlich, sondern untereinander zu kommunizieren. "Wenn es jemanden eine Genugtuung ist, sich mit Daum anzulegen, dann kann ich damit auch leben", so der Deutsche. Er fügte hinzu, dass das Bild, das er über den Zustand des österreichischen Fußballs gezeichnet habe, nicht auf seinem Mist gewachsen sei. "Ich habe viele Infos aus Gesprächen erhalten und diese gebündelt. Viele teilen meine Meinung", so Daum.
Eigene Talente werden verhindert
Der sportliche Chef von Mandl, Scharner, Wagner und Co., der nächste Woche elf Mann (inkl. Unter 21) für das Nationalteam abstellten muss, unterstrich neuerlich, den "Jammerzirkel" in Österreich zerschlagen und die Bundesliga positiver darzustellen zu wollen. "Ich bin nicht gegen gute Ausländer, aber gegen solche, die die Entwicklung der eigenen Talente stoppen oder verhindern." Er urgiert eine professionellere Ausbildung auch rund um den Fußball. "Schließlich wird der Beruf Fußballer geht bezahlt und dafür müssen wir auch mehr tun. Bequemer ist es, so weiter zu wurschteln, aber damit kommen wir nicht weiter. Wir müssen eine Verhaltenveränderung einleiten."
Daum vom Opern-Ball begeistert
Dass Daum am Freitag zur wöchentlichen Pressekonferenz zu spät kam, hatte mit einem Verkehrsstau und nichts mit dem Ärger über Constantini und auch nichts mit seinem ersten Besuch auf dem Opern-Ball am Vorabend zu tun. Er habe den "Ball der Bälle" ("eine Wortwahl ohne Zweideutigkeiten") bis 2.30 Uhr genossen und fühle sich dennoch voll fit. Er wurde vielen Personen aus Wirtschaft und Politik vorgestellt, habe sich mit einigen unterhalten und Visitenkarten getauscht. "Aber nur ein Gläschen Wein getrunken, schließlich will ich die Leute später auch wieder erkennen", so Daum.
