Mittwoch, 26. Februar 2003

"Superstar" Schumacher: Segen & Fluch für Formel 1

  • Deutscher sieht trotz Rekordflut keinen Grund zum Aufhören
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Michael Schumacher ist seit Jahren der Superstar der Formel 1. Für Motorsport-Mogul Bernie Ecclestone ist dieser Superlativ aber viel zu schwach, um die Sonderstellung des über die "Königsklasse" herrschenden "Jahrhundert-Piloten" adäquat zu beschreiben. Der Brite glorifizierte den fünffachen Weltmeister schlichtweg als "Super-Super-Superstar".

Für Ecclestone, Ferrari, seine Millionen Fans, die Fernsehsender, Finanziers und viele andere ist der 34-jährige Deutsche ein Segen. "Ich wünsche mir, dass 'Schumi' noch einen Titel gewinnt, weil für jeden Sport ein Super-Super-Superstar nur gut ist", betonte Formel-1-Zampano Ecclestone mit Blick auf das Milliarden schwere Geschäft. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bot seinem rasenden Angestellten sogar einen Vertrag bis ins hohe Rentenalter an: "Mit 82 muss allerdings Schluss sein."

Auch 2003 überlegen?
Für seine ständig gedemütigten Rivalen ist der Dominator aus dem Rheinland dagegen ein Fluch. Nach den ersten Testergebnissen Schumachers mit dem neuen Ferrari F2003-GA scheint es, als ob seine Überlegenheit in dieser Saison anhalten wird. Dies ginge selbst Ecclestone zu weit, der sich "auch wünscht", dass der haushohe Favorit "es nicht mehr so leicht hat wie 2002".

Jahrelanges Hinterherzuckeln
Da der Ferrari-Star noch lange nicht ans Karriereende denkt, droht seinen Konkurrenten ein jahrelanges Hinterherzuckeln. "Solange der Spaß und die Liebe da sind und das Gefühl, noch schnell genug Auto fahren zu können, sehe ich überhaupt keinen Grund, ans Aufhören zu denken", deutete der Vollgas-Virtuose eine Verlängerung seines 2004 auslaufenden Vertrags mit den "Roten" an.

Liebeserklärung an neuen Ferrari
Schumacher, sonst eher ein zurückhaltender Typ, geriet angesichts des neuen Rennwagens regelrecht ins Schwärmen. "Als ich den F2003-GA gesehen habe, ist mir das Herz aufgegangen", richtete der Champion eine romantische Liebeserklärung an seinen roten Renner. "Das ist ein schneller, gut aussehender Wagen. Ich liebe dieses Auto."

Schumi will sechsten Titel
Für seine 13. Grand-Prix-Saison hat Schumacher ein klares Ziel: "Ich möchte wieder die Weltmeisterschaft gewinnen." Mit dem sechsten Titel, dem vierten mit Ferrari in Folge, würde er auch die bedeutendste Bestmarke, die er sich derzeit mit dem Argentinier Juan Manuel Fangio teilt, allein besitzen.

In Statistiken die Nase vorn
In anderen Statistiken hat der Rekordjäger wahrscheinlich schon für alle Ewigkeit die Nase vorn: mit großem Abstand die meisten Formel-1-Siege (64), die meisten Saisonsiege (elf), die meisten Punkte insgesamt (945) und pro Saison (144), den größten Vorsprung (67 Punkte), die meisten schnellsten Rennrunden (51), den schnellsten Titelgewinn (nach elf von 17 Grand Prix) und die meisten Führungskilometer (16.993).

Bestmarken beliebig steigern
Läuft alles programmgemäß, wird Schumacher die Bestmarken beliebig steigern. Selbst Ayrton Sennas Spitzenplatz bei den Pole-Positions (65) und Ricardo Patreses 256 Grand-Prix-Starts scheinen vor "Nimmersatt" Schumacher nicht sicher, sofern er nicht bald den Heißhunger aufs Fahren verliert.

26.2.2003 10:22
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