Samstag, 1. März 2003

Erstmals holten Kombinierer alle ÖSV-Medaillen

  • Gottwald für Innauer heuer stärkster Wintersportler
  • PLUS: Alle Details zur Nordischen WM 2003!

So ernüchternd die WM-Bilanz vor allem für die Skispringer war, so glücklich bilanzierten die rot-weiß-roten Kombinierer ihr WM-Abschneiden. Team-Gold durch Felix Gottwald, Christoph Bieler, Michael Gruber und WM-Debütant Wilhelm Denifl sowie Einzel-Silber und -Bronze durch Gottwald. Nach dem zehnten Rang von Christian Hoffmann im abschließenden 50-km-Langlauf am Samstag war auch klar, dass erstmals in der Geschichte von Weltmeisterschaften die Kombinierer für den ÖSV die Kastanien, sprich Medaillen, aus dem Feuer holten.

"Für die Gesamtsituation im Nordischen Sport wäre es natürlich besser gewesen, wenn auch die anderen Sparten Medaillen machen", meinte Cheftrainer Günther Chromecek. "Aber Gott sei Dank haben wir das gemacht." Selbst der so bescheidene Felix Gottwald fand nach dem Gewinn eines kompletten Medaillensatzes in Predazzo und Lago di Tesero sogar lobende Worte für sich selbst. "Wenn ich so über die Großereignisse in den letzten Jahren nachdenke: In Lahti, Salt Lake und Predazzo waren neun Wettkämpfe und ich hab acht Medaillen gemacht. Von dem her ist es natürlich schon ein Hammer, dass kann sich sehen lassen. Ich hab heuer bewiesen, dass ich mich auf ein Großereignis punktuell vorbereiten kann, das ist ein gutes Gefühl für die Zukunft."

Jetzt geht's ab nach Oslo
Schon am 6. März geht es für ihn und seine weltmeisterlichen Teamkollegen zum Weltcup nach Oslo. "Das Hauptziel der Saison haben wir mit dem letzten WM-Bewerb abgehakt. Ich habe zwar um den Gesamt-Weltcup absolut nichts mehr mitzureden, aber natürlich möchten wir gute Wettkämpfe machen. Die Form passt und Oslo und Lahti mag ich ganz gern", meint Felix. Danach werde er sich aber Zeit nehmen, sich ein wenig zurückzulehnen.

Gran-Canaria-Urlaub machte frisch
Den schwachen Weltcupstart sieht er im Nachhinein eher sehr positiv. "Da ich die Chance auf den Gesamt-Weltcup im Prinzip gleich am Anfang vergeigt habe, habe ich mich ganz spezifisch auf das hier herunten vorbereiten können. Ich habe gewusst, dass etwas kommt, was wichtiger ist heuer." Die Mannschaft ist nach dem Erholungsurlaub auf Gran Canaria "mit frischen Köpfen" in die ohnehin zwei Wochen lange Vorbereitung gekommen. "Die Ruhe hätte manchen anderen wahrscheinlich auch nicht geschadet."

Kombinierer hoffen auf Popularitätsschub
Gottwald erwartet nach den konstanten Erfolgen in seiner Sportart nun schon einen Popularitätsschub in Österreich: "Ich glaube schon, dass sich einiges tun wird. Die Kombinierer haben die Kohlen aus dem Feuer geholt und abgesehen davon ist es jetzt auch bei allen Wettkämpfen brutal eng und spannend. Wir haben einen Supersport geboten und der Zuschauer möchte das, glaube ich, auch in Zukunft sehen."

Hält der Boom an?
Der Boom, den das Team nun schon seit Jahren vorbereitet hat, sollte sich nun halten, hofft Gottwald. "Wir können nur schauen, dass wir weiter erfolgreich sind, damit das jetzt auch dementsprechend ausgeschlachtet wird, weil das Medaillenscheffeln ist auch für den ÖSV nicht alltäglich. Wir haben schon einiges bewegt. Meine Devise war immer, dass es nicht reicht, wenn man einmal gut ist. Man muss einfach konstant gut sein."

Innauer glücklich
Für den Nordischen Direktor für Skispringen und Kombination, Toni Innauer, gab es in diesem Lager freilich mehr zum Lachen. "Die Kombinierer haben während der Saison mit der Form gekämpft und es geschafft, sich optimal auf die WM einzustellen und da aus der Außenseiterrolle zu schlüpfen. Sie haben sich Zeit genommen für die unmittelbare Vorbereitung und ich bin glücklich, wie sie es hinbekommen haben. Mit Gottwald haben wir den heuer erfolgreichsten Wintersportler, denn in St. Moritz hat keiner drei Medaillen gewonnen."

1.3.2003 13:39