Donnerstag, 27. Februar 2003

Koukal gewinnt 50km-Langlauf vor zwei Schweden

  • Hoffmann als bester Österreicher Zehnter, 13. Botwinow
  • PLUS: Alle Infos zur Nordischen WM in Val di Fiemme

Einen tschechischen Sieg brachte der letzte Bewerb der Nordischen Ski-WM in Val di Fiemme: Martin Koukal triumphierte überraschend im 50km-Langlauf der Herren vor den Schweden Anders Södergren und Jörgen Brink. Die Österreicher gingen wieder einmal leer aus: Christian Hoffmann wurde Zehnter, Michail Botwinow landete auf dem 13. Rang.

Ein Außenseiter hat am Samstag die letzte Goldmedaille der 44. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme erobert. Der Tscheche Martin Koukal feierte über 50 km Skating dank eines starken Finish einen souveränen Sieg vor den Schweden Anders Södergren (15,0 zurück) und Jörgen Brink (43,7). Weltcup-Spitzenreiter Mathias Fredriksson (SWE) blieb hingegen als Vierter (59,9) auch im vierten WM-Einzelrennen ohne Edelmetall.

Hoffmann nicht in Topform
Die Hoffnungen auf einen Platz auf dem Siegespodest blieben beim Höhepunkt auch für Österreichs Langläufer unerfüllt. Christian Hoffmann, dreifacher Medaillengewinner, war bei seinem fünften Großereignis wie zuletzt befürchtet nicht in Topform und musste sich mit Rang zehn begnügen - 2:17,7 Minuten hinter Koukal, der über seinen ersten Sieg jubelte. Hoffmann verlor zu Beginn viel Zeit, lief dann gemeinsam mit Södergren und Brink, ehe er im Finish auf die hinter ihm gestarteten Schweden weiteres Terrain verlor.

Material nicht optimal
"Es war nicht hart", sagte Hoffmann im Ziel. "Ich hatte keine Krämpfe so wie normal und das ist für eine WM kein gutes Zeichen." Die Form sei nicht optimal und wenn es nicht gut laufe, könne man auch nicht ans Limit gehen, erklärte der Olympia-Zweite von Salt Lake City. Der 28-jährige Mühlviertler klagte zudem etwas über einen langsamen Ski, auf der weichen Strecke hätte er gegenüber den Schweden in den Abfahrten stetig Boden verloren. "Aber es zählen nur die Medaillen, ich habe kein Problem damit, ob ich Fünfter oder Zehnter werde."

Botwinow unzufrieden
Michail Botwinow verbesserte sich im letzten Viertel von Rang 18 auf 13, war mit dieser Platzierung und 2:56 Minuten Rückstand aber unzufrieden. "Ich hatte ein gutes Gefühl, das Tempo habe ich durchgezogen, ich weiß nicht, warum es nicht besser gegangen ist", sagte der WM-Dritte von Ramsau, der stets alleine laufen musste. Das traf auch auf den WM-Debütanten Roland Diethard zu. Zwölf Kilometer vor dem Ziel war er noch Zwölfter, am Schluss blieb Rang 28, immerhin nur eine halbe Minute hinter dem Mitfavoriten Rene Sommerfeldt (23.).

Der Steirer Diethard hätte zwar prinzipiell Interesse an weiteren Einsätzen auf höherer Ebene, doch er ist mit Leib und Seele Trainer. "Das Trainer-Sein geht mir schon jetzt nach zwei Wochen ab, ich möchte etwas an die Jugend weitergeben", sagte der 29-Jährige, der im Leistungszentrum Eisenerz Langlauf-Trainer der Nordischen Kombinierer ist.

Walcher konzentriert sich jetzt auf Traineramt
Achim Walcher, der ebenfalls bereits als Coach in Schladming bzw. im ÖSV-Damen-Modell tätig ist, schloss seine Karriere mit Rang 51 ab. "Als Betreuer muss man beim eigenen Training Abstriche machen und dann ist man international nicht mehr dabei", meinte der 35-Jährige. Künftig wird er sich voll auf die Trainertätigkeit konzentrieren, auch Einsätze in Volksläufen schließt der Ramsauer, der WM-Zehnte von 1999, aus. "Ich war jetzt 19 Jahre dabei, da sind Körper und Geist ausgereizt. Jetzt freue ich mich auf einen neuen Abschnitt."

Keine Medaille für die Gastgeber
So wie Österreich ging auch Gastgeber Italien leer aus. Erstmals seit 1989 gab es für die Azzurri keine Medaillen. Fulvio Valbusa war zwar nach 37,5 km noch Spitzenreiter, doch dann kam der Einbruch. Er fiel auf Rang 18 zurück und war damit nur zweitbester Italiener hinter dem ebenfalls enttäuschenden Pietro Piller Cottrer (14.). Die Schweden rollten hingegen im Geleitzug in die Medaillenränge. Bronze war für Brink nach dem Rückfall im Staffel-Finish, der Schweden Gold gekostet hatte, diesmal ein schöner Lohn, nach dem ersten Viertel der Distanz war er nur 18. gewesen.

27.2.2003 16:02