Drittes Edelmetall für Gottwald: Bronze im Sprint
- US-Boy Spillane überraschte Favoriten, holte erstes US-Gold
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Was Gottwald & Co zu sagen haben
Felix Gottwald hat das Medaillen-"Triple" von Salt Lake City wiederholt und am Freitag sein drittes Edelmetall bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme erobert. Bronze im Sprint bedeutete die dritte Medaille für Österreich nach Gold durch das Kombi-Team und Silber durch Gottwald im Einzelbewerb. Was dem Aushängeschild der Nordischen Kombinierer im ÖSV diesmal nicht gelang, schaffte Johnny Spillane: Der im Weltcup noch sieglose US-Amerikaner holte vor dem Deutschen Ronny Ackermann den ersten Einzel-Titel für sein Land.
Die Vorzeichen waren auch für Gottwald günstig gewesen. Nach einem Sprung auf 122,5 m war der 27-jährige Zeller als Siebenter in den 7,5-km-Langlauf gestartet, nur 26 Sekunden hinter Topfavorit Ronny Ackermann (127,0 m) und 35 hinter dessen führendem Landsmann Georg Hettich (128,5). Schon nach der ersten der drei Runden hatte er Spillane, den Vierten auf der Schanze (124,0), distanziert und holte wenig später die zwei Deutschen ein. Gottwald und Ackermann lieferten einander erneut ein packendes Duell mit allen Finessen, doch sie übertrieben das taktische Spiel. Spillane profitierte von den "Stehversuchen" der Stars, die nur widerwillig, wenn auch ständig, Führungsarbeit leisteten und kam daher heran.
Dem Antritt fehlte nötige Schärfe
"Die Attacke wird wieder auf dem höchsten Punkt stattfinden", hatte Gottwald prophezeit. Er probierte auf der dritten Runde alles, doch im Gegensatz zum Teambewerb und dem Einzel kam er nicht weg. Wegen des weichen Schnees und der Strapazen der vergangenen Rennen fehlte dem Antritt die nötige Schärfe - Ackermann, Hettich und Spillane blieben im Windschatten des Salzburgers.
Attacke von Spillane
Auf der langen Zielgeraden kam die große Stunde von Spillane. Der 22-jährige aus Steamboat Springs, der auch über einen sehr schnellen Ski verfügte, attackierte und feierte einen souveränen Sieg vor dem Olympia-Zweiten Ackermann (1,3 zurück). Ein zweiter Platz und zwei dritte Ränge (jeweils Anfang Dezember in Trondheim) sind seine besten Weltcup-Platzierungen, das Wort "Überraschungs-Weltmeister" wollte Gottwald aber nicht in den Mund nehmen.
Mit Sprung ins Ziel Bronze geholt
Gottwald rettete mit einem Sprung ins Ziel Rang drei vor Hettich und durfte sich wie in Salt Lake City über Bronze freuen. Österreichs Top-Kombinierer hält nun bei insgesamt neun Medaillen (1-2-6, davon drei Mal Bronze bei Olympia) und ist damit gemeinsam mit Andreas Goldberger (ebenfalls 1-2-6) bei der Zahl der Medaillen vor Stephan Eberharter (8) die Nummer eins unter den noch aktiven ÖSV-Athleten. "Es war heute sehr schwierig, am Ende ist mir ein bisschen die Luft ausgegangen", sagte Gottwald. "Aber jetzt habe ich einen kompletten Medaillensatz, das ist etwas sehr Schönes."
Erwartungen übertroffen
Die Strapazen der drei harten Rennen waren an dem starken Läufer freilich nicht spurlos vorbeigegangen. "Ich bin froh, dass es vorbei ist, die WM steckt mir in den Knochen", gab der HSZ-Athlet zu. Die ÖSV-Kombinierer haben im Val di Fiemme die Erwartungen jedenfalls übertroffen. "Wir wollten zwei Medaillen, jetzt ist Bronze dazu gekommen", freute sich Trainer Günther Chromecek. Gottwalds Kollegen blieben mannschaftlich etwas hinter den Platzierungen des Einzel-Bewerbs zurück, was nicht zuletzt an den schwächeren Sprungleistungen lag: Wilhelm Denifl wurde Zehnter, Christoph Bieler 13. und Michael Gruber landete an 16. Stelle.
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