FIS-Präsident Kasper über WM-Zukunftsperspektiven
- WM 2009 wird Anfang Juni 2004 vergeben
- PLUS: Alle Infos zur Noderischen WM in Val di Fiemme
·Langlauf-Sprint
Titel an Björgen bzw. Fredriksson
·Das ERGEBNIS
Langlauf-Sprint
der Damen
·Das ERGEBNIS
Langlauf-Sprint
der Herren
·LL-Staffel
Gold für Norwegen, Österreich nur 13.
·Der ENDSTAND
Medaillenspiegel der Nordischen WM
·Alex Marent
Nun Skitester statt "WM-Tourist"
·Jubel über Gold
1. Titel für Kombi- Team seit 1991!
Im Rahmen der Nordischen Weltmeisterschaften im Val di Fiemme äußerte sich FIS-Präsident Gian-Franco Kasper über die aktuellen Titelkämpfe im Fleimstal, die Problematik der Vermarktung des Sports und auch über die Zukunft des Nordischen Sports ...
Zum bisherigen Verlauf der WM im Val di Fiemme: "Seit dem zweiten Tag der alpinen Weltmeisterschaften warten wir auf eine Wolke, aber das Riesenhochdruck-Gebiet über Europa macht das Kaiserwetter möglich. 50 Prozent der Stimmung einer WM machen das Wetter aus. Ich bin froh, dass wir die WM nicht wie von den Organisatoren gewünscht auf die letzte Jänner-Woche vorverlegt haben." Ein Nachteil sei die Programmzusammenstellung gewesen. Die Langlauf-Bewerbe waren relativ früh angesetzt worden, dadurch habe es eine zu lange Pause zu den Abendbewerben gegeben. Und die frühen Termine waren auch für das Publikum nicht das Beste. Das WM-Programm soll künftig gestrafft werden.
Vergleich mit der Alpinen WM in St. Moritz: "Rein sportlich gesehen haben beide OK's sehr gute Arbeit geleistet, und Loipen oder Pisten waren in perfektem Zustand. Dass die Stimmung bei den Nordischen ganz anders ist, ist nichts Neues. Das liegt ja auch an der Charakteristik der verschiedenen Disziplinen. Im nordischen Bereich geht es etwas Beschaulicher zu, es gibt nicht diesen kommerziellen Stress. Das Val di Fiemme ist aber ein guter Organisator, auch wenn es hier keine Atmosphäre wie in manch anderen Austragungsorten gibt."
Wo gibt es Probleme? "Vor allem im TV-Bereich. Es gibt zu viele Einzelrechte-Inhaber. Es müssten einfach alle an einem Strang ziehen. Wir möchten mittelfristig einen Pool gründen, in dem sämtliche Rechte vertrieben werden. Ein Problem ist auch, dass es den Agenturen nur um das Geld geht, uns geht es aber um die weltweite Verbreitung unseres Sports. Natürlich muss man auch berücksichtigen, dass es den TV-Anstalten derzeit nicht allzu gut geht. Aber wir müssen wieder ein bisschen zurück in die alten Zeiten, da gebe ich lieber an ein kleines Land die Rechte gratis ab."
Förderung des Interesses an diversen Sportarten: "Man kann Interesse nicht künstlich erzeugen. In der Schweiz wurde zum Beispiel lange Zeit Skispringen gar nicht übertragen. Noch drei Wochen vor den Olympischen Spielen hat mir der Schweizer Fernsehchef gesagt: "Nur über meine Leiche übertrage ich Skispringen!" - Noch während der Olympia-Konkurrenz habe ich ihn angerufen, und gefragt, wie denn das nun mit seiner Leiche sei. Seit Olympia wird jedes Skispringen in der Schweiz übertragen." (Anmerkung: Simon Ammann wurde Doppel-Olympiasieger)
Zur vermeintlichen skandinavischen Lobby der Nordischen und zur Zukunft des Langlauf-WM-Programms: "Es stimmt, über Jahrzehnte hinweg hat es diese Lobby gegeben. Doch in den vergangenen Jahren haben wir viele Junge, auch Skandinavier, eingebunden. Mit den Massenstarts, dem 'Boxenstopp' und dem Sprint haben wir eine moderne Fassung des Langlaufs geschaffen. Wir werden künftig noch mehr Massenstarts haben. Aber eine Distanz muss nach dem alten System gemacht werden. Oslo, ein Kandidat für 2009, möchte das unbedingt so machen. Ich gehe davon aus, dass sich an der 50:50-Aufteilung zwischen klassisch und Freistil nichts ändern wird. Allerdings sehe ich den Sprint künftig eher nur noch im Skating-Stil."
WM-Kandidaturen für 2009: "Vom Interesse Seefelds höre ich jetzt zum ersten Mal, aber diese mögliche Bewerbung müsste erst einmal die Hürde Innsbruck (ÖSV-Anm.) meistern, denn mit Schladming 2009 gibt es im gleichen Jahr bereits eine fixe Bewerbung für die Alpin-WM." Die Bewerbungsfrist für die nordische WM 2009 ist der 1. Mai 2003, vergeben werden die Titelkämpfe beim FIS-Kongress in der ersten Juni-Woche 2004.
Olympia 2010: "Die Bevölkerung von Vancouver hat für mich etwas überraschend mit 64 Prozent dafür votiert." Prognosen sind freilich sehr schwer, Kasper könnte sich vorstellen, dass es in den USA und Kanada einige Kräfte gibt, die zu Gunsten möglicher eigener Kandidaturen (2012 New York und Toronto) die Spiele lieber nicht in Vancouver sehen würden. Und: "Salzburg ist sicher eine sehr gute Kandidatur."
Damen-Skispringen bei einer WM? "Die FIS wird sich nicht darum bemühen, solange nicht Impulse von nationalen Ebenen kommen. Wenn das nur zwei, drei Nationen betreiben, hat es keinen Sinn. So etwas muss von unten kommen."
Anmerkung: Beim Ladies Grand-Prix-Bewerb am Mittwoch in Baiersbronn (Siegerin Daniela Iraschko) waren 39 Aktive aus neun Ländern am Start.
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