Mittwoch, 26. Februar 2003

Chromecek und Felder - Eine Symbiose für den Erfolg

  • Zeichen stehen auf neuerlichem Einjahres-Vertrag
  • PLUS: Alle Infos zur Noderischen WM in Val di Fiemme

Der Eine ist bereits seit 1996 ÖSV-Cheftrainer, der Andere ist Sprungcoach seit der Saison 2000/01. Und beide zusammen bilden sie ein sehr erfolgreiches Duo, das sich im Val di Fiemme über seinen ersten Weltmeister-Titel für Österreich freuen durfte. Ganz stimmt das so natürlich nicht, denn Andreas Felder hat ausgerechnet in Predazzo vor zwölf Jahren als Aktiver Mannschafts-Springer-Gold geholt. Aber als Betreuer war es für den seit Kurzem 40-jährigen Salzburger Chromecek sowie den noch gleichaltrigen Tiroler der erste ganz große Titel.

Der ruhige, anti-autoritäre Chromecek und der "grade Michl" Felder bilden mit ihrem Wissen die Plattform für Felix Gottwald und Co. "Als der Andy gekommen ist, hab ich den Gesamt-Weltcup gewonnen. Er war absolut wichtig für mich und hat mir im Springen sehr viel geholfen", beschreibt Gottwald den früheren ÖSV-Cheftrainer im Sprunglauf und auch Springertrainer im deutschen Kombiniererteam. "Er hat mir die Freiheit gelassen, dass ich meinen Sprung, so wie er ist, entwickle, dass ich auch mit Fehlern springen kann."

Und wie sieht er den Cheftrainer? "Jacky hat das gefühlsorientierte Arbeiten, das ich so brauche. Er hat er mir das immer ermöglicht. Er ist Cheftrainer und ein total guter Freund." Gottwald spricht von einer guten Symbiose der beiden Experten. Seit nunmehr sieben Jahren ist Chromecek schon Cheftrainer und es sieht derzeit so aus, als würde es noch einige Zeit so weiter gehen. Er schließt zwar immer nur Ein-Jahresverträge ab, aber das ist eher eine Absicherung. "Man weiß nie, was passiert. Ich plane eigentlich nie so weit vor", meinte der zweifache Familienvater, dessen Kinder Maria-Lisa (6) und Lukas (13) er ebenso selten sieht wie seine Frau Anneliese.

Doch die Familie bedeutet ihm alles, nicht die Nordische Kombination. "Die Familie ist mein Lebenswerk. Wenn ich zu Hause bin, dann bin ich nur für die Familie da und schalte mein Handy ab. Da genieße ich das ganz intensiv", sagt Chromecek, der etwa zwei Drittel des Jahres nicht daheim sein kann. Mit den Sportlern ist er sehr viel beisammen. "Es ist fast wie eine Partnerschaft. Natürlich versuche ich, alle gleich zu behandeln, es ist mir ganz egal, ob einer 35. oder 1. im Weltcup ist."

An seinem Trainerkollegen Andy Felder schätzt der Qi-Gong-Lehrer, der früher selbst einmal aktiver Kombinierer war und nun schon das 18. Jahr im Trainergeschäft ist, dessen Direktheit. "Der Andy ist ein grader Michl. Er nennt die Dinge ganz konkret beim Namen. Und er trifft die Sache meistens auf den Punkt. Für die Trainerarbeit ist das optimal", meint Chromecek über den Absamer. Und umgekehrt? "Der Günther ist ein Kumpel, wir ergänzen uns sehr gut. Er kann gut mit Leuten umgehen und auch in organisatorischen Dingen läuft bei ihm alles ohne Stress ab." Beide wollen diese Saison abwarten, ehe sie über ihre weitere Zukunft entscheiden. Doch beide lassen auch durchblicken, dass sie schon ganz gerne weiter arbeiten möchten. "Es taugt mir gut in der Mannschaft und es macht einen riesigen Spaß. Es würde mir nix ausmachen, wenn es weiter geht", verrät Felder.

26.2.2003 11:37