Langlauf: Norwegen Weltmeister in Herren-Staffel
- Österreicher abgeschlagen auf Rang 13
- PLUS: Alle Infos zur Noderischen WM in Val di Fiemme
·Das ERGEBNIS
Langlauf: Die Staffel der Herren
·Der ENDSTAND
Medaillenspiegel der Nordischen WM
·Alex Marent
Nun Skitester statt "WM-Tourist"
·Jubel über Gold
1. Titel für Kombi- Team seit 1991!
·"Goldrausch"
Die Kombinierer bei der Siegesfeier
·Sensation
15km-Gold für Deutschland
Norwegen hat sich am Dienstag bei den Nordischen Weltmeisterschaften im Val di Fiemme den Titel im Langlauf-Königsbewerb gesichert. Das Quartett aus dem Land des Olympiasiegers mit Anders Aukland, Frode Estil, Tore Ruud Hofstad und Thomas Alsgaard eroberte nach einer spannenden Sprintentscheidung Gold in der Herren-Staffel. Wie so oft war es Schlussläufer Alsgaard, der im Finish seine Stärke ausspielte und sich um 0,2 Sekunden vor dem Deutschen Axel Teichmann durchsetzte.
Für Alsgaard war es der insgesamt sechste Staffelerfolg, nur zwei Mal gab es Silber. 1994 wurde er von Silvio Fauner (ITA) und 1999 von Christian Hoffmann im Gold-Sprint geschlagen. Bei den Österreichern lebt die Erinnerung an den Höhepunkt der Titelkämpfe in der Ramsau weiter, doch nur vier Jahre später steht die Staffel auf dem bisherigen Tiefpunkt. Nach den Rängen fünf bzw. vier und Lahti und Salt Lake City gab es im Val di Fiemme den 13. Rang, das schlechteste Resultat der Geschichte.
Für das Austria-Quartett, das zwei als Trainer tätige Teilzeit-Profis aufgeboten hatte, war das Rennen eigentlich schon nach dem ersten Mann gelaufen. Achim Walcher verlor als 15. und Drittletzter im Vergleich zu Aukland, er auch nur Zehnter war, 1:25 Minuten. Michael Botwinow büßte danach eine weitere knappe halbe Minute ein, Christian Hoffmann kam erst spät auf Touren und kassierte knapp 30 Sekunden, Roland Diethard, sogar 18 Sekunden schneller als Hoffmann, machte einen Platz gut und kam mit 2:57,3 Minuten Rückstand als 13. ins Ziel.
Für Walcher endete die Karriere mit einer Enttäuschung. In seinem letzten Einsatz ärgerte sich der 35-jährige Ramsauer über schlecht gewachste Ski, nachdem er schon in der ersten Steigung abgerissen und bei Halbzeit sogar auf den vorletzten Platz zurückgefallen war. "Die Form war gut, aber der Ski ist nicht gegangen, daher habe ich sehr viel Kraft verbraucht", suchte der Ramsauer eine Entschuldigung.
Der WM-Zehnte 1999, Olympia-Elfte 1998 und Staffelsieger im Weltcup in Lahti 2000, verabschiedete sich mit einem Misserfolg in die Trainerlaufbahn. "Es ist schade, aber ich habe mich eigentlich nur aus Spaß auf die Saison vorbereitet und mich nur qualifiziert, weil die anderen so schlecht waren." Diese Un-Form der übrigen Kandidaten nahm Walter Mayer klar auf seine Kappe, das Training war völlig falsch geplant worden.
Botwinow ärgerte sich nicht über sein Rennen ("Ich habe alles gegeben, aber alleine hinten nach zu laufen ist schwierig"), sondern über die schlechte Vorbereitung des erst zwei Tage zuvor angereisten Walcher. "Nur herkommen und gut rennen ist nicht einfach, es geht darum, gute Einstellung, Ski und Wachs zu finden", meinte der Ex-Staffel-Weltmeister.
Hoffmann war trotz der keineswegs optimalen Leistung für den 50-km-Bewerb am Samstag nicht bang. "Ich habe nur für die lange Strecke trainiert, daher fehlt die Spritzigkeit." Im Hinblick auf die Medaillen-Chance bei seinem Höhepunkt gebe es keinen Grund zur Beunruhigung, auch vor Olympia-Bronze in Nagano sei er keine gute Staffel gelaufen.
Volksläufer Diethard, als "Notnagel" (Walter Mayer) kurzfristig ins Team gekommen, lieferte die positive Überraschung. Der Steirer, als Langlauf-Trainer im Leistungszentrum Eisenerz für die Kombinierer im Einsatz, lief die insgesamt 13. Skating-Zeit, nur 30 Sekunden hinter Alsgaard.
Der Superstar der Norsker machte auf der letzten Runde mit Teichmann im Schlepptau erfolgreich Jagd auf den 23 Sekunden voranliegenden Schweden Jörgen Brink. Der hatte sich zu früh verausgabt und verschenkte damit die erste Goldene für Schweden seit 1989, für Sverige blieb nur Bronze. Im Ziel freute sich König Harald mit seinen Landsleuten, Norwegen bleibt die Langlauf-Nation Nummer eins.
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