Sonntag, 2. März 2003

Abfahrts-Doppelsieg: Dorfmeister gewinnt vor Wirth

  • Horror-Crash von Lalive: Rippenbrüche, Bänderverletzung
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Die grandiose "Heimserie" am Patscherkofel wurde am Samstag mit einem Abfahrts-Doppelsieg von Michaela Dorfmeister und Katja Wirth fortgesetzt. Götschl belegte vier Hundertstel hinter der Deutschen Hilde Gerg Platz vier. Überschattet wurde das Rennen von einem schrecklichen Sturz der US-Amerikanerin Caroline Lalive.

Sechs Rennen hat es seit dem Weltcup-Comeback vor vier Jahren auf dem Berg, auf dem Franz Klammer 1976 zum Olympiasieg gerast war, gegeben. Fünf davon haben Heimsiege gebracht. 1999 gab es den legendären Neunfach-Erfolg von Österreichs Super-G-Herren, vor drei Jahren gewann Götschl Abfahrt und Super G, nur die Kanadierin Melanie Turgeon hat als damalige Super-G-Siegern diese Serie durchbrochen.

Nur Wirth kam an Dorfmeister heran
Dorfmeister war als Spezialistin für Heimrennen aber auch eine maßgeschneiderte Siegerin. Einen Tag nach ihrem Riesenfrust über Platz vier im Super G legte die 29-jährige Super-G-Weltmeisterin mit der frühen Startnummer sechs eine Zeit vor, an der sich die Konkurrenz die Zähne ausbiss. Nur die junge (Blizzard-) Markenkollegin Wirth, Schwester des früheren ÖSV-Super G- und Riesentorlauf-Spezialisten Patrick Wirth, kam mit Nummer 23 sensationell bis auf 45/100 an Dorfmeister heran. Von fünf Abfahrtssiegen inklusive WM in St. Anton hat die Niederösterreicherin vier in Österreich gefeiert.

"Aber auf dem Präsidentenhügel zu gewinnen macht noch mehr Spaß", strahlte Dorfmeister in Anspielung auf den Patscherkofel-Besitzer Peter Schröcksnadel über ihren 16. Weltcup-Sieg. Innerhalb von elf Monaten hat sie nun drei ihrer vier Abfahrts-Weltcupsiege geholt und geht auch als Führende in die letzte Abfahrt in zwei Wochen in Norwegen.

Abfahrts-Weltcup für Dorfi zum Greifen nah
Carole Montillet (7.) und Kirsten Clark (20.) patzten am Patscherkofel, bei 51 Punkten Vorsprung genügt Dorfmeister in Kvitfjell Platz vier, um erstmals seit 1999 die Abfahrts-Kugel wieder nach Österreich zu holen. Götschl (+64) hat praktisch aufgegeben. "Auf der weichen Piste war wahrscheinlich nicht mehr drin, jetzt ist die Michi bereits zu weit weg."

Podestplätze in allen drei Rennen hatte sich Dorfmeister für das Speed-Triple auf dem Patscherkofel vorgenommen, der Abfahrtssieg entschädigte voll für Rang vier im Super G. "Ich wollte im Ziel 1,5 Sekunden vorne sein, das hat genau gepasst", sagte Dorfmeister, die heuer schon in Lenzerheide mit einer niedrigen Nummer triumphiert hatte. "Sicher sind die Lichtverhältnisse dann nicht unbedingt besser geworden, andererseits haben Wirth und Götschl gezeigt, dass noch was geht", meinte sie.

Horror-Crash von Lalive
Getrübt wurde die Stimmung nur durch einige schwere Stürze. Lalive verschnitt wenige Meter vor dem Ziel bei fast 100 km/h und blieb regunglos im Zielraum liegen, wo sie 20 Minuten lang von den Notärzten behandelt wurde. Dorfmeister war als Erste zur Verletzten geeilt. "Auch wenn ich medizinisch nicht helfen kann, war es doch wichtig, sie spüren zu lassen, dass jemand da ist", zeigte sich Dorfmeister geschockt. "Ich würde gerne auf diesen Sieg verzichten, wenn Caroline dafür gesund wäre", sagte sie.

Lalive zog sich zwei Rippenbrüche und vermutlich eine Bänderverletzung im Knie zu. Auch die Italienerin Manuela Moelgg kam schwer zu Sturz, weil mitten auf der Ideallinie eine Stange gelegen war.

2.3.2003 11:07