Von Grünigen gewinnt Riesentorlauf in Yong Pyong
- Schilchegger als bester Österreicher auf Platz vier
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Österreichs Riesentorlauf-Herren sind am Samstag erstmals in dieser Saison ohne Podestplatz geblieben. Im südkoreanischen Yongpyong belegte der Salzburger Heinz Schilchegger als bester ÖSV-Athlet Rang vier. Der Sieg ging bei extrem schwierigen Pisten-Bedingungen an den Schweizer Michael Von Grünigen. Der 33-jährige "Mr. Riesentorlauf" aus dem Berner Oberland feierte in 2:26:68 Minuten den 23. Weltcup-Erfolg in "seiner" Disziplin und verwies den Franzosen Frederic Covili (+0,17) und US-Weltmeister Bode Miller (0,32) auf die Plätze.
Da Stephan Eberharter nicht über Platz 23 hinauskam, verringerte Miller mit seinem Stockerlplatz den Rückstand im Gesamt-Weltcup von 185 auf 133 Punkte. Sieben Rennen stehen nun noch auf dem Programm, fünf davon (drei Slaloms, zwei Riesentorläufe) in den vom US-Boy bevorzugten technischen Disziplinen. "Ich gehe jedes Rennen locker an und will immer siegen", erklärte der 25-Jährige, der die heimtückische Piste als "sehr ungesund" bezeichnete und einmal mehr für jede Menge akrobatische Einlagen sorgte.
RTL-Weltcup praktisch gelaufen
Miller ist auch der Einzige, der Yongpyong-Spezialist Von Grünigen (Sieg 1998, Zweiter 2000) noch die kleine Kristallkugel entreißen könnte. Der Amerikaner liegt allerdings zwei Rennen vor Schluss 97 Zähler hinter dem Schweizer. Chancenlos sind hingegen bereits die ÖSV-Asse Schilchegger, Christoph Gruber (Sechster in Yongypong), Hans Knauß (15.), Andreas Schifferer (20.), Olympiasieger Eberharter (23.), Christian Mayer (27.) und Benjamin Raich, der im ersten Rennen nach der unglücklichen WM ausschied.
Von Grünigen ist hingegen zum Ende seiner außergewöhnlichen Karriere noch einmal auf dem Weg zur kleinen Kristallkugel, die WM-Enttäuschung (Platz sieben) hat "MVG" bereits weggesteckt. "Ich bin jetzt besser in Form und habe die richtige Antwort gegeben. Nach der WM hab ich mir gesagt: Jetzt fahr ich auf die kleine Kugel", meinte ein glücklicher Von Grünigen nach seinem zweiten Sieg im "Tal der Drachen" im Nordosten Südkoreas und dem insgesamt dritten in dieser Saison.
MVG über schlechte Verhältnisse froh
MVG stellte einmal mehr unter Beweis, dass er bei schwierigen Verhältnissen nur schwer zu schlagen ist. Schneefall über Nacht und warmes Wetter hatten der Piste nämlich arg zugesetzt. So wie der Sieger war auch Schilchegger im Gegensatz zu einigen Konkurrenten über die schlechten Bedingungen nicht sehr böse. "Das kommt mir genau entgegen. Ich hatte zwei recht gute Läufe, das Podium ist sich aber leider nicht ganz ausgegangen", meinte der 29-Jährige, der nur 0,24 Sekunden hinter dem drittplatzierten Miller blieb.
Erstmals kein Österreicher am RTL-Podest
Unterm Strich blieb für die Österreicher aber die Erkenntnis, erstmals in dieser Saison (sieben Weltcup-Rennen plus WM) das Riesentorlauf-Podest verpasst zu haben. Bei ÖSV-Technik-Trainer Gert Ehn hielt sich die Enttäuschung aber in Grenzen: "Mit Schilchegger und Gruber haben wir immerhin zwei Leute unter den Top-10. Es waren heute aber auch extreme Bedingungen, die Piste war schwer mitgenommen."
Keine Reise wert war Yongpyong für den Liechtensteiner Marco Büchel, der eine Woche nach seinem ersten Weltcup-Sieg im Super-G von Garmisch-Partenkirchen stürzte und sich an der rechten Schulter verletzte. Das zweite Rennen in Yongpyong folgt bereits am Sonntag mit dem Slalom der Herren (02:00 und 05:00 Uhr).
