Dienstag, 25. Februar 2003

Obermoser gewinnt Super G am Patscherkofel

  • Götschl Dritte, Meissnitzer Vierte, Dorfmeister Sechste
  • PLUS: Alle Infos zur Saison 2002/03!

Renate Götschl, Michaela Dorfmeister, Brigitte Obermoser! Drei Rennen, drei Tage, drei österreichische Siegerinnen. Das war die großartige Bilanz des Weltcup-Speed-Triples auf dem Innsbrucker Patscherkofel, das am Sonntag mit dem etwas überraschenden Erfolg von Obermoser im zweiten Super G zu Ende ging. Carole Montillet wurde vor Renate Götschl und Alexandra Meissnitzer Zweite und verhinderte damit erneut einen Dreifacherfolg für den ÖSV.

Die Abfahrts-Olympiasiegerin aus Frankreich war damit gleich zwei Mal "Spielverderberin" im Super G, in der Abfahrt hatte ja Hilde Gerg ein Triple für die ÖSV-Mädchen verhindert. "Aber es war so oder so ein unglaublich erfolgreiches Wochenende", sagte Alpinchef Hans Pum. Besonders schön ist, dass drei verschiedene Österreicherinnen gewonnen haben."

Parallelen zum ersten Super G
Verblüffend die Parallele zum ersten Super G: Mit Obermoser, Götschl, Meissnitzer und Dorfmeister waren die gleichen vier ÖSV-Damen wieder in den Top-Sechs, aber nur Obermoser strahlte nach ihrem dritten Weltcup-Sieg, dem ersten im Super G. Vor allem über ihre frühe Nummer (16), die auf der vom Regen und der Sonne gezeichneten Strecke sicher kein Nachteil war.

Kostelic darf sich über Gesamt-Weltcup freuen
Die Salzburgerin war bei keiner Zwischenzeit Schnellste, am Ende war mit 21/100 ihr Vorsprung auf Montillet aber dann sogar größer als der Abstand der Französin zur achtplatzierten Janica Kostelic, die den Gesamt-Weltcup mit 525 und mehr Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz bei sechs noch ausstehenden Rennen damit endgültig gewonnen hat.

Meissi verlor Rennen im unteren Teil
Heimliche Siegerin war "Zwischenzeit-Köngin" Alexandra Meissnitzer. Die Salzburgerin führte bei allen Teilzeiten, fuhr im Schlussabschnitt aber nur die 21. Zeit. "Es ist fast nicht mehr normal, dass ich unten immer so viel verliere", nahm die Abtenauerin zur Kenntnis, dass sie weiter auf ihren ersten Weltcup-Sieg seit der schweren Verletzung warten muss.

Götschl nach Fehler wütend
Die von einer Grippe geschwächte Götschl patzte wie schon im ersten Super G beim Johannes-Sprung und zerdrückte im Ziel einige Tränen der Wut, weil sie damit auch noch hinter Montillet blieb. Damit scheint nach der Abfahrts-Kugel nun auch der Super-G-Weltcup verloren. "Die Chance lebt zwar noch, ist aber nicht sehr groß", so Götschl, die nächste Woche auf die Rennen in Aare verzichtet und Material testet. Dorfmeister gab nach Platz sechs zu: "Damit muss ich leben. Auf dieser Piste war es schwer, hinten nach zu fahren."

Obermoser strahlt
Das bestätigte indirekt auch Siegern Obermoser. "Die Piste war durch den Regen in der Früh und die Sonne schon bei mir ziemlich unruhig. Ich war deshalb überrascht, so weit vorne zu sein. Im Ziel hätte ich noch nicht gedacht, dass es reicht, deshalb bin ich jetzt umso glücklicher, strahlte die WM-Vierte in der Abfahrt, die bisher eine eher mäßige Saison hatte. "Es war nicht wirklich meine Saison und dann ist es auch noch bei der WM daneben gegangen. Also habe ich mir vor genommen, aus den verbleibenden Rennen noch das das Beste zu machen."

Die Weltcup-Rennen auf dem Patscherkofel:

Herren:
1975 Abfahrt: Franz Klammer (AUT)
1998 Super G: Hermann Maier (AUT)

Damen:
1975 Abfahrt: Marie Therese Nadig (SUI)
2000 Abfahrt: Renate Götschl (AUT)
2000 Super G: Götschl (AUT)
2000 Super G: Melanie Turgeon (CAN)
2003 Abfahrt: Michaela Dorfmeister (AUT)
2003 Super G: Götschl (AUT)
2003 Super G: Brigitte Obermoser (AUT)

25.2.2003 13:51