Sonntag, 2. März 2003

Mindestens 41 Tote bei Anschlagserie in Casablanca

  • 5 Selbstmordattentäter zündeten Bomben
  • Geheimdienste befürchten neue große Terror-Welle

Nach dem verheerenden Terror-Attentat am 13. Mai geht die Gewaltwelle weiter: Bei einer fünffachen Serie von Selbstmordanschlägen in der marokkanischen Metropole Casablanca sind mindestens 41 Menschen getötet worden. Über 100 weitere wurden verletzt. Die Attentäter hatten sich vor Zielen im Diplomaten- und Finanzviertel in die Luft gesprengt. Die Geheimdienste warnen nun vor einen neuen verheerenden Terror-Welle als Reaktion auf den US-Krieg gegen den Irak. Die marokkanische Polizei nahm nach den Anschlägen 27 Islamisten fest.

Bei der Serie von Selbstmordanschlägen in der marokkanischen Hafenstadt Casablanca sind in der Nacht zum Samstag vermutlich rund 41 Menschen ums Leben gekommen. Dies verlautete am Samstag aus marokkanischen Regierungskreisen. Zahlreiche Menschen erlagen in den Krankenhäusern ihren Verletzungen. Etwa 100 Menschen sollen zum Teil schwer verletzt worden sein.

Über die Identität der Opfer und der Täter herrschte zunächst weiter Unklarheit. Nach bisher vorliegenden Hinweisen dürften sich keine Europäer unter den Opfern der Terroranschläge befinden. Dies wurde in mehreren Außenministerien, so in Berlin, Madrid, Brüssel und Wien, erklärt. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Wien sagte auf Anfrage der APA, diese Erkenntnisse beruhten auf dem vorläufigen Stand der Überprüfung durch das Krisenzentrum in Belgien von Samstag früh. Die Überprüfungen durch die österreichischen Vertretungsbehörden in Marokko dauerten an.

Der schwerste Anschlag war nach Angaben der marokkanischen Behörden auf das spanische Kulturzentrum Casa de Espana im Stadtzentrum von Casablanca verübt worden. Andere Anschläge erfolgten beim belgischen Konsulat, einem jüdischen Zentrum und einem internationalen Hotel.

Unter den Todesopfern waren nach Angaben des marokkanischen Innenministers Sahel auch zehn Attentäter. Die vier fast gleichzeitig verübten Bombenanschläge rissen nach jüngsten inoffiziellen Informationen aus Regierungsquellen rund 40 Menschen in den Tod. Die Opfer sind durchwegs marokkanische Staatsbürger. Die marokkanische Regierung vermutet Selbstmordattentäter hinter der Anschlagsserie. Nach Einschätzung von US-Sicherheitskreisen könnte das Terrornetzwerk El Kaida verantwortlich sein. (ehr/APA)

2.3.2003 08:00