Samstag, 1. März 2003

Chirac zu dreitägigem Staatsbesuch nach Algerien

  • Neubeginn der biletaralen Beziehungen beabsichtigt

Der französische Präsident Jacques Chirac ist bei seinem ersten Staatsbesuch in Algerien begeistert empfangen worden. Etwa eine Million Menschen begrüßten nach Angaben des französischen Fernsehsenders LCI den Präsidenten am Sonntag in Algier.

Dieser erste Staatsbesuch eines französischen Präsidenten seit der Unabhängigkeit des Landes 1962 von der ehemaligen Kolonialmacht stand im Zeichen der Erneuerung der Beziehungen.

Am Montag spricht Chirac vor beiden Kammern des algerischen Parlaments, am Dienstag besucht er die zweitgrößte algerische Stadt Oran.

Als ehemalige Kolonialmacht unterhält Frankreich enge Beziehungen zu dem seit 1962 unabhängigen Algerien. Der Krieg mit mehr als 500.000 Toten ist jedoch noch nicht vergessen.

Algerien, von Armut und hoher Arbeitslosigkeit belastet, erwartet Investitionen der französischen Wirtschaft. Seit 1992 wird Algerien außerdem durch Auseinandersetzungen zwischen islamistischen Gruppen und der Regierung erschüttert, bei denen bisher etwa 100.000 Menschen getötet wurden. Dieser Konflikt entstand, als die Regierung Wahlen annullierte, um einen Sieg der Islamisten zu verhindern.

1.3.2003 22:26