Samstag, 1. März 2003

Pakistan: Hochrangiger Al Kaida-Führer gefasst

  • Khalid Sheik Mohammed gilt als Drahtzieher des 11.September

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Khalid Sheik Mohammed, ist in Pakistan festgenommen worden. Dies verlautete am Samstag aus Regierungskreisen in Islamabad. Der Gefangene wird umgehend an die USA ausgeliefert.

Zuvor hatte der pakistanische Informationsminister Sheik Rashid Ahmed erklärt, in Rawalpindi nahe Islamabad sei ein mutmaßliches Al Kaida-Mitglied festgenommen worden. Der Verdächtige stehe auf der Liste der meistgesuchten mutmaßlichen Verbrecher der US-Bundespolizei FBI. Einen Namen nannte der Minister nicht, sagte aber, es handle sich um eine "sehr wichtige Person".

Ein ranghoher pakistanischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AP, Mohammed sei am Samstagmorgen mit zwei weiteren Personen festgenommen worden.

Der gebürtige Kuwaiter Sheikh Mohammed, der inzwischen die pakistanische Staatsbürgerschaft besitzen soll, gilt als enger Vertrauter von Osama bin Laden und wurde von den US-Ermittlern als möglicher Drahtzieher der Anschläge vom 11. September identifiziert. Er steht ganz oben auf der Fahndungsliste des FBI.

Sheikh Mohammed soll unter anderem für die Geldbeschaffung für die Attentäter des 11. Septembers gesorgt haben. Er ist der Onkel von Ramzi Yousef, der als Drahtzieher des ersten Anschlags auf das World Trade Center 1993 im Jänner 1998 zu lebenslanger Einzelhaft verurteilt wurde.

Der 37-jährige Sheikh Mohammed soll Mitte der achtziger Jahre ein College in den USA besucht haben und dann an eine andere Hochschule in den USA gewechselt sein, wo er seinen Abschluss als Ingenieur machte. Mohammed ist laut Interpol 1,55 Meter groß, 72 Kilogramm schwer und trägt zuweilen Bart und Brille. Die USA setzten 25 Millionen Dollar für seine Ergreifung aus.

1.3.2003 19:39