Mittwoch, 26. Februar 2003

UNO sieht Kampf gegen den Hunger als verloren an

  • WFP: "Wir sind der Rettungsdienst für die Verhungernden"

Das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) sieht den internationalen Kampf gegen den Hunger als verloren an. Trotz der Anstrengungen von Regierungen und hunderter Nicht-Regierungsorganisationen litten mehr als 800 Millionen Menschen an Hunger und täglich kämen 24.000 Menschen an den Folgen von Unter- und Fehlernährung ums Leben, sagte der Chef des Welternährungsprogramms (WFP), James Morris, am Dienstag vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats: "Wir verlieren den Kampf gegen den Hunger."

Dies gelte nicht nur für Notstandsgebiete wie Nordkorea, Afrika oder Afghanistan. Während die Armut in den 90er Jahren um 20 Prozent zurückgegangen sei, habe der Hunger lediglich um fünf Prozent eingedämmt werden können. Die Zahl der Hilfseinsätze sei in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen.

"Wir sind inzwischen ein Rettungsdienst für die Verhungernden", betonte der WFP-Vorsitzende. Fast 80 Prozent der Arbeit des Ernährungsprogramms hänge zusammen mit Noteinsätzen. Das WFP stehe mittlerweile vor der Wahl, bestimmte Hungergebiete im Stich zu lassen, um anderen helfen zu können. Mit einem möglichen Irak-Krieg werde voraussichtlich ein Einsatz auf die Hungerhelfer zukommen, der bisherige Hilfseinsätze in den Schatten stellen werde.

26.2.2003 07:34