Erde in Nordwestchina kommt nicht zur Ruhe
- Tote bei Nachbeben
Die Erde in Nordwestchina kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Erdbeben vom Montag, bei dem mehr als 300 Dorfbewohner ums Leben gekommen waren, haben am Mittwoch Nachbeben die Bevölkerung erschreckt. Fünf Menschen, darunter auch Helfer, wurden durch die Nachbeben getötet, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Behörden im Kreis Bachu östlich von Kashgar an der alten Seidenstraße warnten die Bewohner davor, in ihre Häuser zurückzukehren.
Seismologen registrierten 658 Erdstöße, die eine Stärke bis zu 5,7 auf der Richterskala erreichten. "Es hat bei den Nachbeben Tote und Verletzte gegeben", berichtete der Funktionär Yu Shupu in der besonders schwer betroffenen Gemeinde Qiongkuer Qiake. Der Vizedirektor des Erdbebenamtes in Peking, Yue Mingsheng, warnte vor neuen Erdstößen, die auch über die Stärke 6 hinausgehen könnten.
Die Behörden ordneten an, dass alle Menschen vorerst in Zelten übernachten sollten. Nachts fallen die Temperaturen bis minus fünf Grad. Etwa 600 Menschen wurden in fünf Hospitälern behandelt. Gut die Hälfte seien alte Menschen, berichtete ein Funktionär. Viele Verletzte hätten Arm- und Beinbrüche oder Kopfverletzungen erlitten.
"Viele wurden getötet", sagte der Uigure Dawuti Aximu, der mit anderen Dorfbewohnern Hilfsgüter verteilte. "Ich habe in dem Beben fünf Familienmitglieder verloren. Aber wir haben keine Zeit zu weinen. Wir müssen jetzt für die Lebenden arbeiten." Mehr als 2.000 Soldaten halfen bei der Suche nach Überlebenden und den Aufräumarbeiten. Die Wasser- und Stromversorgung ist schwer beschädigt worden. Mehr als 11.000 Stück Vieh sind nach offiziellen Angaben beim Einsturz von Ställen und Scheunen getötet worden.
Das chinesische Rote Kreuz nannte eine Zahl von 279 Toten, während die staatlichen Medien weiter einheitlich von 266 Toten sprachen. Dagegen hatten Mitglieder der Bergungsmannschaften vor Ort bereits von mehr als 300 Toten gesprochen. Insgesamt wurden etwa 4.000 Menschen verletzt. Die Hälfte erlitt mittlere oder schwere Verletzungen, berichteten die amtlichen Medien.
Experten machten die schlechte Bauqualität der vornehmlich aus Lehm, von Hand mit loser Erde und mit dünnen Trägern gebauten Häuser in Qiongkuer Qiake verantwortlich für die vielen Toten. Nach einem Erdbeben 1996 im benachbarten Jiashi waren dort viele Häuser mit Zement und richtigen Ziegeln verstärkt gebaut worden, so dass dort viel weniger passiert ist.
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